Millarden-Geschäft
Biogen stellt sich selbst zum Verkauf

Das Biotechnologie-Unternehmen Biogen hat sich am Freitagabend selbst zum Verkauf angeboten. Es habe auch schon Interessensbekundungen erhalten, teilte das an der Börse mit knapp 19 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen mit. Dabei kämpft der Bayer-Konkurrent mit sinkenden Verkaufszahlen.

HB BOSTON. Die an der Börse mit rund 19 Milliarden Dollar bewertete US-Biotechnologiefirma Biogen Idec bietet sich zum Verkauf an. Die Banken Goldman Sachs und Merrill Lynch seien mit der Käufersuche beauftragt worden und es gebe bereits Interessenten, teilte das zu den größten Firmen der Branche gehörende Unternehmen am Freitag mit. Biogen hat mit schwachen Absätzen seines stärksten Umsatzbringers Avonex gegen Multiple Sklerose zu kämpfen. Das Mittel konkurriert unter anderem mit dem Bayer-Medikament Betaferon und dem Präparat Rebif der deutschen Merck.

Analysten erwarten, dass sich unter anderem die großen Pharmakonzerne für Biogen interessieren werden. Die Aktien von Biogen stiegen nachbörslich um rund 16 Prozent an. Einem Zeitungsbericht zufolge hat der Investor Icahn Biogen in der vergangenen Woche bereits ein Übernahmeangebot von 23 Milliarden Dollar gemacht. Icahn hatte seinen Anteil an Biogen von ein auf vier Prozent angehoben. Biogen war vor vier Jahren von Idec Pharmaceutical für 6,7 Milliarden Dollar gekauft worden.

Die 1978 gegründete Biogen gehört zu den bekanntesten Namen in der Biotech-Industrie. Neben Avonex verfügt die Firma mit Tysabri über ein zweites Mittel gegen Multiple Sklerose sowie über das Krebsmedikament Rituxan. Tysabri ist umstritten. Das zusammen mit der irischen Pharmafirma Elan entwickelte Präparat war im vergangenen Juli unter strengen Auflagen wieder auf den Markt gebracht worden. Im Februar 2005 war das Präparat zeitweilig vom Markt genommen worden, nachdem ein Patient an einer seltenen Erkrankung des Zentralen Nervensystems gestorben war. Im vergangenen setzte Biogen 773 Millionen Dollar um.

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