Milliardärsfamilie
Reimanns bringen Coty an die Börse

Zu Beginn der Woche hatte Coty erst die Übernahme des Kosmetikherstellers Avon abgeblasen. Nun geht die deutsche Milliardärsfamilie Reimann einen anderen Weg: Der Parfümhersteller bereitet seinen Börsengang vor.
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New YorkNach der missglückten Übernahme des amerikanischen Kosmetikkonzerns Avon geht die deutsche Milliardärsfamilie Reimann zu Plan B über: Sie will ihre Parfümfirma Coty an die Börse bringen. „Ja, wir arbeiten an einem Börsengang“, sagte Coty-Chef Peter Harf der „Financial Times Deutschland“. Über Coty sollte eigentlich der 10,7 Milliarden Dollar (8,1 Mrd. Dollar) schwere Kauf von Avon laufen, doch die Reimanns bissen bei der Gegenseite auf Granit und gaben ihr Vorhaben schließlich zu Wochenbeginn auf.

Mehrere US-Medien berichteten übereinstimmend, Coty habe bereits die Banken für den Börsengang ausgewählt. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg fiel die Wahl auf die Bank of America und JPMorgan Chase. Wie die „New York Times“ schrieb, könnte der Börsenprospekt binnen Wochen veröffentlicht werden, der Handel mit der Aktie könnte dann im Herbst beginnen. Ein Insider sagte Reuters, der IPO würde Coty mit mehr als sieben Milliarden Dollar bewerten. Das Unternehmen wolle den Antrag auf Börsengang „bald“ stellen.

Am Montag hatte Coty seine knapp elf Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte für den angeschlagenen US-Kosmetikhersteller Avon zurückgezogen. Bereits vor der versuchten Avon-Übernahme war über einen Börsengang der in den USA beheimateten Coty spekuliert worden. Durch die erwarteten Einnahmen von bis zu 1 Milliarde Dollar könnte das Unternehmen seine Stellung gegenüber den Kosmetikriesen L'Oréal und Estée Lauder ausbauen. Die Gesamtbewertung von Coty wird auf 7 Milliarden bis 8 Milliarden Dollar geschätzt.

Der im Rhein-Neckar-Raum beheimatete Reimann-Clan hatte sein Milliardenvermögen mit dem Konsumgüterkonzern Reckitt-Benckiser gemacht, der unter anderem das Gesichtswasser Clerasil und Kukident-Haftcreme für dritte Zähne herstellt. Daneben bauten die Reimanns ein Luxus-Imperium auf.

Die in den USA beheimatete Coty machte zuletzt einen Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Dollar. Das Unternehmen steckt hinter Düften von Cerruti, Jennifer Lopez, Karl Lagerfeld oder Davidoff.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • COTY ist im Kosmetikbereich ein Handelsmarken-OEM. Der Bereich ist riesig, aber fragil, da der dahinterstehende Hersteller COTY austauschbar ist. Das kann schnell geschehen, ohne das es der Kunde merkt. Ein adidas-Duschgel oder -Duft würde auch weiter so auftreten. Wenn COTY eine eigene superstarke Marke aufbaut, dürfte es auch manchen Kundenmarken, die COTY produziert nicht so gut gefallen. Es ist halt immer ein fragiles Spannungsfeld.

    Mit AVON hätte man eine eigene große Marke und entsprechende Produktionsmengen, die man abbilden kann. Aber der Preis wäre gigantisch hoch gewesen. Vielleicht tritt ja doch noch AVON an COTY heran, wer weiß ? Alternativ könnte COTY auch die Marke NIVEA aus dem Beiersdorf-Unternehmen herauskaufen und globalisieren. Das wäre sicher zudem noch viel preiswerter, aber kostet viel Kraft und Zeit. Die Beiersdorf-Aktie ist in den letzten Monaten auch deutlich teurer geworden. Vielleicht spekuliert man schon.

    Der Wunsch eine eigene superstarke Marke zu haben und nebebei auch ein guter OEM für andere zu sein, ist nachvollziehbar ... in einer immer kleiner werdenden Welt mit immer mehr Menschen.

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