Milliarden-Kauf
Post will Weltmarktführer werden

Mit der 5,5 Milliarden Euro schweren Übernahme des britischen Konkurrenten Exel steigt die Deutsche Post zum weltweit führenden Logistik-Konzern auf.

HB DÜSSELDORF/LONDON. „Wir werden mit starkem Abstand die Nummer eins in unserer Industrie sein“, sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel am Montag. Beide Konzerne ergänzten sich hervorragend. Die Exel-Führung empfehle ihren Aktionären die Annahme der Offerte. Mit der Exel-Übernahme, durch die der Konzern seine Abhängigkeit vom deutschen Briefmonopol beenden will, könne die Post die Weichen auf mehr Wachstum stellen: „Ich bin tief überzeugt, dass der Logistikmarkt der Schlüsselmarkt der Zukunft ist“, betonte der Post-Chef. Größere Schwierigkeiten durch die Kartellbehörden, die die Übernahme noch genehmigen müssen, erwarte er nicht. Ende dieses Jahres soll die Transaktion bereits abgeschlossen werden.

Je Exel-Aktie bietet die Deutsche Post 900 Pence sowie 0,25427 eigene, neu auszugebende Aktien - das Angebot summiert sich damit auf 1244 Pence. Zum Kurs von Ende August erhalten die Exel-Aktionäre einen Aufschlag von 24 %. Die Post-Aktie reagierte am Montag mit einen Abschlag von zunächst 3,3 % und pendelte sich danach bei einem Kursminus von über zwei Prozent auf 19,45 € ein. Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) sprach von einem „fairen“ Angebot und bekräftigte seine „Outperformer“-Empfehlung für die Post-Aktie. Jochen Rothenbacher vom Brokerhaus Equinet bescheinigte der Post, dass Exel strategisch gut zum Konzern passe. Der Kaufpreis scheine ihm jedoch etwas hoch, sagte er.

Etwa 72 % des Gesamtpreises will die Post bar zahlen und den Rest durch die Ausgabe neuer Aktien an die Exel-Eigner aufbringen. „Die 3,9 Mrd. werden aus der Kasse genommen - wir müssen keine neuen Anleihen begeben“, sagte Zumwinkel. Durch diesen hohen Anteil an Barmitteln solle die Kapitalerhöhung beschränkt bleiben, um Investoren nicht zu verschrecken. Das Grundkapital werde durch die Transaktion um etwa sieben Prozent steigen.

Auswirkungen auf die Gewinnprognose der Post, die 2005 einen Nettogewinn von rund zwei Mrd. anstrebt, habe die Übernahme nicht, kündigte Zumwinkel an. Ab 2007 werde Exel auch inklusive Integrationskosten zum Gewinn des Konzerns beitragen. Finanzchef Edgar Ernst betonte, er erwarte, dass die Post ihre „A“-Bewertung bei den Rating-Agenturen behalten werde. Einige Agenturen hatten angekündigt, die Bonitätsbewertung der Post auf eine Herabstufung zu prüfen, was sich negativ auf die Refinanzierungskosten des Konzerns auswirken könnte.

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