Milliardenangebot
Australische Bank will Techem übernehmen

Eine Fondstochers der australischen Macquarie Bank hat ein 1,1 Mrd. Euro schweres Übernahmeangebot für den deutschen Energiedienstleister Techem vorgelegt. Der Schritt kommt für Marktteilnehmer überraschend, wäre eine Übernahme in der jüngsten Vergangenheit doch wesentlich günstiger und einfacher gewesen.

HB FRANKFURT. Den Anteilseignern des im MDax notierten Unternehmens werde ein Gebot über 44 Euro je Aktie gemacht, teilte der zur Bank gehörende Infrastrukturfonds MEIF II Energie Beteiligungen GmbH & Co. KG am Montag mit. Das Unternehmen halte bereits 17 Prozent an Techem, sagte eine Macquarie-Sprecherin am Montag. „Wir streben eine Mehrheitsposition an.“ Die Marke und der Sitz in Eschborn sollen erhalten bleiben.

Techem selbst wollte das Übernahmeangebot zunächst nicht kommentieren. Ein Sprecher sagte, er warte noch auf weitere Details zu dem Übernahmeangebot. Das Unternehmen ist vor allem als Heizungsableser bekannt.

„Wir haben keine Pläne für weitere Restrukturierungsmaßnahmen. Wir werden den Fokus auf Technologielösungen beibehalten und das Management dabei unterstützen, den Kundenservice weiter zu verbessern“, sagte Martin Stanley, Executive Director der Macquarie Bank und verantwortlich für deren europäische Infrastrukturfonds.MEIF II sei sehr daran interessiert, mit Techems derzeitigem Management in Zukunft zusammenzuarbeiten.

Marktteilnehmer zeigten sich über die Ereignisse überrascht. Sinnvoller wäre eine Übernahme gewesen, als die Gründerfamilie Felten im Februar über Goldman Sachs ihren Aktienanteil von 25 Prozent platziert habe, sagte ein Händler. Die Aktie sei seit Mitte September außerordentlich gut gelaufen und von 35 Euro auf in der Spitze 42,77 Euro gestiegen.

Höheres Angebot?

Möglicherweise könnten Investoren auf eine Anhebung des Gebots spekulieren, denn der von MEIF gebotene Aufpreis sei nicht besonders attraktiv, sagte der Händler.Die Prämie liegt laut Macquarie bei 18,9 Prozent auf den durchschnittlichen Börsenkurs der vergangenen drei Monate. Die Techem-Aktie hatte am Freitag mit einem Plus von 1,73 Prozent bei 42,25 Euro geschlossen.

Ein Teil der Techem-Aktien, die Macquarie bereits besitzt, stammt offenbar von der Allianz. Der Münchener Versicherungskonzern erklärt am Montagmorgen, dass er sich in der vergangenen Woche von seinem Aktienpaket getrennt habe. Die Fondstocher Dit teilte mit, ihren Anteil von 6,2 auf 0,4 Prozent reduziert zu haben.

Macquarie auf Einkaufstour

Die australische Macquarie Bank hatte erst in der vergangenen Woche als Kopf eines Konsortiums die britische RWE-Tochter Thames Water für knapp 12 Mrd. Euro übernommen. Auch an der Londoner Börse hatten sich die Australier versucht, waren aber gescheitert.

Techem hatte in der vergangenen Woche eine positive Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2005/2006 vorgelegt, das zum 30. September geendet war. Umsatz und operativer Gewinn sind nach vorläufigen Zahlen zweistellig gestiegen. Die endgültigen Bilanzzahlen sollen am 14. Dezember veröffentlicht werden.

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