Milliardenauftrag
Singapur bekommt sein erstes Spielkasino

Grünes Licht für Singapurs erstes Spielkasino. Die Regierung hat Presseberichten zufolge einem US-amerikanischen Unternehmen den Zuschlag für Errichtung und Betrieb des Vergnügungs- und Veranstaltungsgroßkomplex in dem südostasiatischen Stadtstaat erteilt.

bfai KÖLN. Unter den Bietern, davon drei Konsortien, konnte sich die schon im chinesischen Macau (SVR) im Unterhaltungsgeschäft engagierte Las Vegas Sands Corp. durchsetzen. Mit einem Auftragsvolumen von umgerechnet mehr als 2,5 Mrd. Euro weisen die Planungen auch weitere Veranstaltungs-, Hotel- und Einzelhandelskapazitäten auf.

Das an die Las Vegas Sands gegangene Vorhaben soll, wie das "Wall Street Journal Asia" berichtete, in der Nähe des zentralen Geschäftsbezirks auf Singapurs Marina Bay realisiert werden. Von dem Kasino-Resort erhofft sich danach der Minister für Handel und Industrie, Lim Hng Kiang, die Schaffung von bis zu 30 000 neuen Arbeitsplätzen sowie im Jahr 2015 einen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von jährlich rd. 2,7 Mrd. Singapur Dollar (ca. 1,3 Mrd. Euro; 1 Euro = rd. 2 S$).

Nach Lim passt das Projekt in die Strategie der Regierung, das Tourismusangebot weiter auszubauen und zu vertiefen. Singapur verliert seit den 90er Jahren laufend Arbeitsplätze aus der verarbeitenden Industrie an benachbarte Niedriglohn-Länder und bemüht sich intensiv, neue Branchen für die lokale Wertschöpfung anzuwerben.

Der Vorschlag der US-Gesellschaft aus Las Vergas schließt Pläne für den Bau von drei Gebäuden ein, die das Kasino, zwei Theater, eine Veranstaltungshalle und drei 50stöckige Hotel-Türme beherbergen. An einer Front sollen außerdem auf 117 000 qm Fläche Geschäfte, Restaurants und Bars untergebracht werden. Bis 2015 will Singapur die Gesamtfläche an Versammlungs- und Ausstellungskapazität um 200 000 qm erhöhen, wobei das Kasino-Projekt in die Strategie eingebunden ist. In dem Stadtstaat soll die Kugel ab 2009 rollen, während die anderen Teile in einem Gesamtzeitrahmen von acht Jahren entstehen werden.

Bei den unterlegenen Konsortien handelt es sich dem Vernehmen nach um eines unter Führung der MGM Mirage, ein weiteres von der Harrah's Entertainment angeführtes sowie ein drittes mit der malaysischen Genting International PLC an der Spitze. Das Singapur-Projekt gibt der siegreichen Sands, die ihren Hauptsitz in Las Vegas, USA hat, die Gelegenheit, ihre Expansion in Asien fortzuführen.

Ähnlich wie das jetzt für den Stadtstaat geplante Vorhaben investierte Sands in einen Vergnügungs- und Veranstaltungskomplex in Macau, SVR, der auch ein Spielkasino beinhaltet. Die Entscheidung für das Unternehmen ist dem Vernehmen nach maßgeblich davon bestimmt worden, dass man sich hiervon einen stärkeren Zustrom von Geschäfts- und Veranstaltungstourismus aus China nach Singapur verspricht.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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