Milliardeninvestitionen
Golf-Airlines bauen Flotten aus

Mit neuen Flugzeugen und sechs neuen Routen bauen die arabischen Fluglinien Etihad und Emirates ihr Streckennetz aus. Die Milliardeninvestitionen sollen den Mittleren Osten zur neuen Drehscheibe im internationalen Luftverkehr machen. Der Lufthansa könnte die arabischen Konkurrenz schaden.

ABU DHABI. Die Fluggesellschaften aus dem Mittleren Osten bauen trotz Finanzkrise ihre Flotten aus. "Wir werden bis Ende des Jahres unseren Flugzeug-Bestand von jetzt 42 auf 52 Maschinen steigern", sagte James Hogan, Chef der in Abu Dhabi angesiedelten Fluglinie Etihad. Zudem will das Unternehmen 2009 sechs neue Zielorte anfliegen - darunter Chicago, Athen und Istanbul. Im vergangenen Jahr hatte Etihad 100 neue Airbus - und Boeing-Maschinen zu einem Listenpreis von 43 Mrd. Dollar bestellt. Auch die in Dubai beheimatete Emirates Airlines, die 168 Jets für 58 Mrd. Dollar geordert hat, ist auf Expansionskurs: 2009 solle das Streckennetz vergrößert und die Zahl der Flüge um 14 Prozent hochgefahren werden, erklärte der Präsident von Emirates, Scheich Ahmed Al Maktoum. Qatar Airways aus der katarischen Hauptstadt Doha kündigte an, ihre Flotte bis 2013 von 65 auf 110 Flugzeuge aufzurüsten.

Zwar geht die weltweite Wirtschaftskrise auch an der Arabischen Halbinsel nicht spurlos vorbei. Doch im Gegensatz zu anderen Gebieten scheint die Region von Einbrüchen verschont zu werden. Nach Schätzungen der internationalen Luftfahrt-Vereinigung IATA sinkt das globale Passagieraufkommen 2009 um drei Prozent, der Mittlere Osten und Nordafrika bleiben hingegen mit 1,2 Prozent knapp im Plus. 2008 legte die Region noch sieben Prozent zu, 2007 gar 18,1 Prozent. "Langfristig ist dies eine der vielversprechendsten Wachstumszonen", betonte Majdi Sabri, Vizepräsident der IATA für den Mittleren Osten. Bis 2012 rechnet die IATA in Mittelost mit einer Verdoppelung des jährlichen Passagiervolumens von jetzt 160 Millionen auf 320 Millionen Reisende. Von 2005 bis 2008 hat die Region ihren Weltmarkt-Anteil bereits auf zehn Prozent verdoppelt.

Insbesondere die Regierungen am Persischen Golf treiben die Luftfahrt als Teil einer breiter angelegten Standortpolitik voran: Sowohl Dubai als auch Abu Dhabi und Doha wollen den Golf zur zentralen Drehscheibe zwischen den USA, Europa, Afrika und Asien entwickeln. Wichtige Bausteine dieser Diversifizierungs-Strategie für die Zeit nach dem Öl sind Handel und Tourismus. So peilt Dubai bis 2015 eine Verdoppelung seiner jährlichen Besucherzahlen von jetzt sieben auf 14 Millionen an. Abu Dhabi hat sich vorgenommen, bis 2030 rund acht Millionen Reisende pro Jahr anzulocken - eine Vervierfachung gegenüber dem derzeitigen Stand. Vor diesem Hintergrund hat das Emirat Außenstellen des Pariser Louvres sowie des New Yorker Guggenheim Museums gegründet und plant für kommenden November den Startschuss für eine neue Formel-1-Rennstrecke.

Sowohl Emirates als auch Etihad werden dabei zunehmend zur Konkurrenz für interkontinentale Airlines. Beide Konzerne haben das strategische Ziel, den Verkehr zwischen Asien und Europa bzw. zwischen Asien und den USA über die Drehscheibe am Golf neu zu sortieren. So hat Emirates im vergangenen Herbst die Städte San Francisco und Los Angeles neu ins Programm genommen, Etihad strebt in diesem Jahr eine größere Marktpräsenz in Japan, Indien, im Iran und auf den Philippinen an.

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