Milliardeninvestitionen
Vermietung von Güterwaggons boomt

Im schnell wachsenden Schienengüterverkehr drohen Engpässe nicht nur auf den Strecken, sondern auch bei den Güterwagen. Nach jahrelangem Dornröschenschlaf stehen die Bahnen international vor erheblichen Investitionen in ihre Flotten für Transport und Logistik. Doch viele Bahnen können Neukäufe für ihre Güterwagen-Flotten nicht mehr selbst finanzieren.

DÜSSELDORF. Die Deutsche-Bahn-Tochter Railion will bis 2011 allein 1,7 Milliarden Euro in Waggons investieren. Andere Bahnen, vornehmlich in Osteuropa, sind mit der Erneuerung ihrer Flotten finanziell überfordert. In die Bresche springen mehr und mehr die großen Waggonvermieter wie die kürzlich an die Börse gegangene Hamburger VTG-Gruppe.

„Wir erwarten nachhaltiges stabiles Wachstum im europäischen Eisenbahngüterverkehr und rechnen mit einem steigenden Anteil von Eisenbahngüterwagen im Privatbesitz“, sagt VTG-Vorstandschef Heiko Fischer. Sein Vorstandskollege Jürgen Hüllen, zugleich Vorsitzender der Branchen-Vereinigung der Privatgüterwagen-Interessenten (VPI) ergänzt: „Die Renaissance der Schiene ist da. Für unsere Unternehmen ist das eine große Chance, denn die Zeiten, da die Bahnen alles selbst investieren konnten, sind vorbei. Der Trend geht zur privaten Beschaffung von Rollmaterial und der anschließenden Vermietung an Bahnunternehmen.“

Railion, Marktführer in Europa, sieht das für viele kleinere Bahnen ähnlich, sieht den Einsatz von Privatwagen aber nur als zweites Standbein. Otto G. Niederhofer, bei Railion für das „Assetmanagement“ verantwortlich: „Wir werden Ersatzinvestitionen für Fahrzeuge, die wir langfristig benötigen, auch weiterhin selbst durchführen. Bei kurz- und mittelfristigen Bedarfszeiträumen ist es allerdings auch für uns sinnvoll, Privatwagen zu nutzen.“

Derzeit verfügt Railion über 100 000 eigene Waggons und setzt zusätzlich 5 000 private Fahrzeuge ein. Niederhofer kann sich vorstellen, dass sich bei anhaltender positiver Entwicklung des Transportmarktes der Mietwagenbestand bei Railion verdoppelt. Bislang mietet die Bahn überwiegend Kesselwagen für Mineralöl- und Chemietransporte – Gefahrgut-Spezialfahrzeuge, von denen sie gar keinen eigenen Bestand unterhält. Künftig würden aber auch Transportwagen für Stahlblechrollen (Coils) und Container gemietet, um die vorhandenen Fahrzeugsparks zu ergänzen.

Da sieht die Branche ihre große Chance, beschreibt Hüllen: „Über den stärkeren Einsatz von Privatwagen können die Bahnen das Auslastungsrisiko ihrer Flotte ein Stück weit an den Vermieter übertragen.“ Wenn eine Güterbahn einen bestimmten Verkehr verliere, landeten die Fahrzeuge häufig erst einmal auf dem Abstellgleis. Der international operierende Vermieter habe aber die Chance, das Wagenmaterial anderswo wieder einzusetzen.

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