Milliardenpoker um US-Discounter
Dollar General geht in die Offensive

Dollar General will verhindern, dass sich zwei Konkurrenten zusammenschließen. Nun hat der Billig-Einzelhändler sein Gebot für den Rivalen Family Dollar erhöht. Gleichzeitig sprach der der Marktführer eine Drohung aus.
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BangaloreDer milliardenschwere Übernahmekampf in der US-Discounter-Branche geht mit härteren Bandagen in die nächste Runde. Der Billig-Einzelhändler Dollar General stockte am Dienstag sein Gebot für den Rivalen Family Dollar um zwei Prozent auf insgesamt 9,1 Milliarden Dollar auf. Zugleich drohte das Unternehmen, bei einer erneuten Abfuhr mit einer feindlichen Übernahme und sich direkt an die Aktionäre zu wenden. Damit will der Marktführer verhindern, dass sich Family Dollar mit dem Konkurrenten Dollar Tree zusammenschließt und mit 13.000 Läden in den USA und Kanada zur neuen Nummer eins in der unter einem harten Preiskampf gebeutelten Branche aufsteigt.

Die Führung von Family Dollar erklärte, sie bevorzuge weiter die 8,5 Milliarden Dollar schwere Offerte von Dollar Tree. Der umworbene Discounter werde das neue Angebot aber prüfen.

Dollar General kündigte zugleich an, bis zu 1500 Läden verkaufen zu wollen, um Wettbewerbsbedenken auszuräumen. Zuvor war das Unternehmen nur bereit, sich von 700 Geschäften zu trennen. Family Dollar hatte die Absage an den größeren Rivalen damit begründet, dass ein Zusammenschluss wahrscheinlich von den Wettbewerbsaufsehern abgelehnt würde. Dollar General betonte dagegen, dass seine Produkte auch von vielen anderen großen Warenhäusern oder Einzelhändlern angeboten würden.

Die großen Ketten der Ein-Dollar-Läden waren zuletzt zunehmend unter Druck geraten, weil auch Einzelhändler wie Wal-Mart vermehrt Artikel für einen Dollar oder weniger anbieten. Im Gegensatz zu Dollar General und Family Dollar setzt Dollar Tree weiterhin ausschließlich auf Produkte für einen Dollar oder weniger.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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