Milliardenübernahme im US-Einzelhandel
Federated bietet 11 Milliarden Dollar für Konkurrenten May

Die US-Kaufhauskette Federated Department Stores wird mit dem milliardenschweren Kauf des Konkurrenten May Department Stores zum Marktführer in den USA.

HB NEW YORK. Federated biete für May knapp elf Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der neue Konzern werde bekannte Namen wie Bloomingdale's, Macy's und Marshall Field's unter einem Dach vereinen und als größte US-Kaufhauskette mehr als 900 Geschäfte betreiben. Gespräche über ein Zusammengehen hatten Federated und May bereits vor zwei Jahren geführt; diese waren aber gescheitert. Federated-Aktien verloren an der Wall Street knapp 1,5 Prozent, May-Aktien gaben sogar knapp 2,7 Prozent ab. Analysten werteten das Vorhaben für beide Seiten als positiv.

Die vereinbarte Fusion soll im dritten Quartal 2005 abgeschlossen sein, wie Federated mitteilte. Das Unternehmen rechnet in den drei Jahren bis 2007 zunächst mit Kosten aus der Fusion von einer Milliarde Dollar und erwartet Einsparungen von 450 Millionen Dollar. Ab 2007 werde sich der Zukauf voraussichtlich positiv auf die Gewinne niederschlagen. Ob und welche Häuser eventuell geschlossen werden, müsse zunächst geprüft werden, sagte Federated-Finanzchefin Karen Hoguet. Die geographischen Überschneidungen beider Kaufhausketten seien aber minimal.

Federated will den Angaben zufolge für jede May-Aktie 17,75 Dollar in bar und 0,3115 Federated-Aktien bezahlen. Auch sechs Milliarden Dollar an Schulden von May will Federated demnach übernehmen. Damit gewinnt die Fusionstätigkeit in der US-Einzelhandelsbranche weiter an Fahrt. Die Firmen der Branche sehen sich zunehmendem Konkurrenzdruck vor allem durch große Wettbewerber ausgesetzt und wollen ihre Marktposition durch Fusionen stärken. Im November etwa hatten sich Kmart und Sears, Roebuck & Co zusammengeschlossen. Das Volumen der Fusionstätigkeit in der US-Einzelhandelsbranche kletterte 2004 auf 41,8 Milliarden Dollar von 19,2 Milliarden Dollar 2003, wie Daten des Forschungsinstituts Dealogic zeigen.

Analysten werteten die Kaufpläne von Federated als entscheidend für die Zukunft von May. Das Unternehmen hatte sich zuletzt von vielen Seiten unter Wettbewerbsdruck gesehen - von Federated und im niedrigeren Preisbereich auch vom weltgrößten Einzelhändler Wal-Mart sowie von Target. Zudem war May wegen teurer Übernahmen in die Kritik geraten. Federated wiederum bringt der Zukauf neue Standorte sowie Marken ein - vor allem auch im höherwertigen Qualitätsbereich. Zu May gehören unter anderem die Geschäfte Lord & Taylor, Robinsons-May, Filene's und Hecht's.

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