Milliardenverlust
Karstadt-Quelle-Krise greift Substanz des Konzerns an

Knapp drei Wochen vor der überlebenswichtigen Hauptversammlung von Karstadt-Quelle offenbart sich das ganze Ausmaß der Existenzkrise.

HB ESSEN. Nach den am Mittwoch vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal haben die Umsatzeinbrüche und Milliardenverluste die Substanz des Traditionsunternehmens stark angegriffen: Mit nur noch 82,7 Millionen Euro (Vorjahr: knapp 1,47 Milliarden Euro) ist das Konzerneigenkapital fast völlig aufgezehrt; die Eigenkapitalquote ist damit auf gut 0,9 (14,8) Prozent zusammengeschmolzen. Zudem musste Konzernchef Christoph Achenbach Umsatz- und Ertragsprognosen für 2004 nach unten schrauben, hält aber an seinem Optimismus fest, bereits 2005 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.

Ein Dreh- und Angelpunkt der KarstadtQuelle-Sanierung ist zunächst die außerordentliche Hauptversammlung, die am 22. November eine Kapitalerhöhung um 500 Millionen Euro beschließen und damit das angegriffene Eigenkapital wieder auffüllen soll. „Die Mitglieder des Stimmrechtspools Madeleine Schickedanz sowie die Dresdner Bank AG haben sich grundsätzlich bereit erklärt, aus der Kapitalerhöhung neue Aktien für insgesamt rund 280 Millionen Euro zu beziehen“, schreibt der Vorstand um Achenbach in seinem Quartalsbericht.

Außerdem müssen Kreditlinien im Umfang von 1,75 Milliarden Euro über das Jahresende hinaus auf eine Laufzeit von drei Jahren verlängert werden. „Hierzu befindet sich der Vorstand momentan in Verhandlungen mit einem Bankenkonsortium.“ KarstadtQuelle-Sprecher Jörg Howe sagte am Mittwoch, die Verhandlungen seien auf gutem Wege. „Wir rechnen mit einem Ergebnis vor der Hauptversammlung“. Trotz anhaltender Verluste und einer nach unten korrigierten Prognose für das zu Ende gehende Jahr bleibt Achenbach bei seinem Optimismus, bereits 2005 wieder schwarze Zahlen schreiben. „Wir halten an unseren Prognosen für 2005 und 2006 unverändert fest“, sagte sein Sprecher. Bei der Vorlage des Sanierungsprogramms hatte Achenbach vor gut einem Monat für 2005 mit einem Konzernergebnis vor Steuern von 110 Millionen Euro die Rückkehr in die Gewinnzone angekündigt. Für 2006 hatte er ein Ergebnisplus auf 355 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

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