Millionenbetrug
Bilanz-Manipulation bei Schenker in Belgien

Bei der belgischen Tochter des Speditions- und Logistikriesen DB Schenker, der zum Deutsche Bahn-Konzern gehört, sind über mehrere Jahre die Bilanzen gefälscht worden. Bahnkreise sprechen von einem Schaden zu Lasten des Konzerns in einer Größenordnung von etwas über 40 Mill. Euro.

DÜSSELDORF. Der erst seit April amtierende neue Finanzvorstand der für das belgische Geschäft mitverantwortlichen Schenker Deutschland, Hugo Ruhmann, hat die Verantwortung übernommen und geht zum Monatsende.

Am Sitz der Schenker NV in Antwerpen, die laut Bahn-Angaben mit 650 Beschäftigten und einem Umsatz von 240 Mill. Euro zu den kleineren Niederlassungen zählt, seien bereits zwei Mitarbeiter gegangen. Der gesamte Sachverhalt soll nun von einem bahninternen Team der Anti-Korruptionstruppe unter Führung des früheren Staatsanwalts Wolfgang Schaupensteiner aufgeklärt werden. Kunden seien nicht geschädigt worden, erklärte Transport- und Logistik-Vorstand Norbert Bensel. In der am vergangenen Montag präsentierten Halbjahres-Bilanz sei "der Sachverhalt bereits vollständig berücksichtigt worden." Auf die Börsenpläne habe die Angelegenheit schon von der Größenordnung her keinen Einfluss, hieß es im Konzern.

Schenker-Kreise ergänzten, es habe sich um eine Bilanzmanipulation gehandelt, bei der geschäftliche Misserfolge verschleiert werden sollten. Denkbar sei, dass noch weitere Kündigungen ausgesprochen würden: "Jetzt wird erst einmal jeder Stein hoch gehoben und umgedreht."

Dass Finanzvorstand Ruhmann den Konzern verlässt, wird intern als "Bauernopfer" bedauert. Er sei zwar ein langjähriger Schenker-Mann, doch die Ereignisse in Antwerpen hätten vor seiner Zeit gelegen, als noch Marco Schröter, heute Infineon-Finanzchef, im Vorstand saß. Auch der damalige Schenker-Deutschlandchef Hans-Jörg Hager ist nicht mehr im Dienst: Er verließ die Bahn nach etlichen Differenzen mit Konzernchef Hartmut Mehdorn vor wenigen Wochen.

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