Millioneneinlage
Roland Berger rüstet sich gegen neue Übernahmeversuche

Die Unternehmensberatung Roland Berger will sich nicht von dem Wirtschaftsprüfungskonzern Deloitte schlucken lassen. Fast einstimmig stimmten die Partner gegen die geplante Fusion mit dem US-Riesen und wollen nun mit Millioneneinlagen ihre Unabhängigkeit sichern.
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HB MÜNCHEN. Die Fusion zwischen der deutschen Unternehmensberatung Roland Berger und dem US-Riesen Deloitte ist geplatzt. Bei einem Treffen am Samstagabend in Frankfurt stimmte die große Mehrheit der Roland Berger Partner gegen den geplanten Zusammenschluss mit dem US-Wirtschaftsprüfungskonzern. „Die Partner haben sich dafür entschieden, unabhängig zu bleiben“, sagte eine Sprecherin am Sonntag in München und bestätigte damit einen Bericht des Handelsblatts. Roland Berger will nun mittels einer Erhöhung der Einlagen aus eigener Kraft wachsen. Auch Firmengründer und Namensgeber Roland Berger greift dafür tief in die Taschen.

Deloitte hatte geplant, die Unternehmensberatung mit Sitz in München und rund 2000 Mitarbeitern zu übernehmen und mit einem Teil des eigenen Beratungsgeschäfts zusammenführen. Am Sonntag erklärte das Unternehmen die Gespräche nun offiziell für beendet.

Das neue Unternehmen sollte einen Jahresumsatz von umgerechnet rund zwei Mrd. Euro erwirtschaften und unter dem Namen Roland Berger Deloitte Strategy Consultants (RBDSC) firmieren. Damit hätte die deutsche Traditionsfirma ihre Eigenständigkeit verloren. Für die Roland Berger Partner sei der Zusammenschluss daher von vornherein nur eine von zwei Optionen gewesen, sagte die Sprecherin. Entschieden hätten sie sich nun für den anderen Weg.

Alle rund 170 Partner, denen das Unternehmen gehört, wollen nun ihre Einlage erhöhen. Zur Höhe der angestrebten Summe äußerte sich die Sprecherin nicht. Nach Informationen aus Branchenkreisen liegen die Einlagen bei 100 000 bis hin zu mehreren Mio. Euro.

Allein Roland Berger selbst, der an diesem Montag (22. November) 73 Jahre alt wird, will nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ 50 bis 80 Mio. Euro zuschießen. Die Ankündigung des Firmengründers habe auch zu der Entscheidung geführt, die Fusion abzusagen. Insgesamt könnten dank den höheren Einlagen dem Bericht zufolge eine Summe von bis zu 100 Mio. Euro erreicht werden. Berger hatte seine Firma 1967 gegründet und sich in den folgenden Jahrzehnten zum bekanntesten deutschen Unternehmensberater hochgearbeitet, von dem sich auch Spitzenpolitiker Ratschläge geben lassen.

Deloitte wollte durch den Zusammenschluss von dem Prestige Roland Bergers profitieren und seine Position in Europa stärken. „Wir sind überzeugt, dass eine Zusammenführung der komplementären Tätigkeitsfelder, Partner und Mitarbeiter unter dem Dach des weltweit führenden Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte zu zusätzlichen, gemeinsamen Markt- und Wachstumschancen geführt hätte“, erklärte das Unternehmen. Es sei Deloitte dabei nur um eine Partnerschaft, nicht aber um eine reine Übernahme gegangen. Der Konzern sieht sich mit fast 19,5 Mrd. Euro Umsatz und rund 170 000 Mitarbeitern als größter Wirtschaftsprüfer der Welt.

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