Millionengewinn
Metro nutzt Praktiker-Verkauf zur Schuldentilgung

Der Handelskonzern Metro hat sich einen günstigen Zeitpunkt für den Verkauf seiner restlichen Anteile an der Baumarkt-Tochter Praktiker ausgesucht. Der Kurs ist in den vergangenen Monaten stark angestiegen, so dass die Düsseldorfer mit einem Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe rechnen können. Das Geld ist schon verplant.

HB DÜSSELDORF. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters kann der Konzern auf Basis des Praktiker-Schlusskurses vom Montag für das 40,5-Prozent-Aktienpaket mit einem Buchgewinn von rund 180 Mill. Euro rechnen. Davon dürften die Gebühren für die beauftragten Banken aber noch abgezogen werden.

Den Erlös hat Metro bereits verplant. „Wir werden die Einnahmen voraussichtlich für den Schuldenabbau und zur Expansion nutzen“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Nach seinen Angaben ist der erwartete Geldsegen noch nicht in der Jahresprognose des Vorstandes für 2006 berücksichtigt. Metro hatte angekündigt, beim Gewinn je Aktie eine Verbesserung zwischen 5 und 8 Prozent anzustreben.



Der Konzern hatte die Praktiker-Anteile mit einem angesetzten Wert von 14,50 Euro in seinen Büchern. Für die verbliebenen rund 23,4 Mill. Aktien ergäbe sich somit ein Wert von knapp 340 Mill. Euro, sagte der Sprecher. Am Montag notierten die Praktiker-Aktien noch bei 22,10 Euro – damit hätte das Paket einen Wert von 517 Mill. Euro. Zum Handelsbeginn am Dienstag verloren die Papiere wegen der Verkaufsankündigung jedoch zeitweise rund 5 Prozent und gaben bis auf 21,02 Euro nach. Metro-Aktien gewannen hingegen 0,8 Prozent auf 44,10 Euro.

Knapp fünf Monate nach dem Börsengang der ehemaligen Tochter würden die verbliebenen Aktien am Kapitalmarkt platziert, hatte die Metro am Dienstagmorgen mitgeteilt mit. Zu dem Schritt habe sich das Management angesichts der guten Entwicklung der Praktiker-Aktie seit dem Börsengang im November 2005 und der hohen Nachfrage von internationalen Investoren entschieden. Die Platzierung werde unterstützt von einem Konsortium aus JPMorgan, ABN Amro und Deutscher Bank.

Konzernchef Hans-Joachim Körber hatte bereits im März angekündigt, dass der Konzern sich von dem Anteil trennen wolle. „Wir sind keine Gesellschaft, die an Minderheitsbeteiligungen interessiert ist“, betonte er damals.

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