Millionenverlust in 2005
Air Berlin macht bei Börsengang Dampf

Anfang März hatte Air Berlin seinen Börsengang offiziell gemacht. Nun gibt es weitere Details, so auch einen ungefähren Termin. Das Geld aus der Neuemission kann das Unternehmen gut gebrauchen, hat es doch im vergangenen Jahr einen riesigen Verlust gemacht.

HB FRANKFURT. „Es wird darauf hin gearbeitet, den Börsengang noch im Mai über die Bühne zu bringen“, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Finanzkreisen. Air Berlin wolle von dem guten Klima für Börsenneulinge profitieren, hieß es zur Begründung. Das Handelsblatt hatte schon im Januar aus Bankenkreisen erfahren, Air Berlin wolle noch vor der Sommerpause den Sprung aufs Parkett wagen.

Air-Berlin-Chef Joachim Hunold hatte angedeutet, dass ein Börsengang bereits vor dem WM-Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica am 9. Juni erfolgen könnte. Noch fehle aber die Freigabe des Börsenprospektes durch die britische Finanzaufsicht, sagte Hunold. Deshalb könne kein Termin für die Erstnotiz genannt werden. Air Berlin war in eine britische Aktiengesellschaft umgewandelt worden, um die Mitbestimmung in Deutschland zu umgehen, strebt aber eine Notierung im Premium Standard der Frankfurter Börse an.

In Finanzkreisen wird ein Emissionsvolumen von 500 bis 800 Mill. Euro erwartet. Damit könnte Air Berlin hinter Wacker Chemie, die mit ihrem Börsengang am Montag 1,2 Mrd. Euro eingenommen hatten, die zweitgrößte Neuemission in Deutschland in diesem Jahr werden.

Das Geld kann das Unternehmen gut gebrauchen, hat es doch im abgelaufenen Jahr einen riesigen Verlust geschrieben. Hatte die Gesellschaft im Jahr 2004 noch ein kleines Plus von 2,9 Mill. Euro eingeflogen, war es 2005 ein Minus von 115,9 Mill. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) sank von minus 0,7 auf minus 5,5 Mill. Euro. Einzig der bereits Anfang März bekannt gegebene Umsatz legte zu – von 1,03 auf 1,22 Mrd. Euro. Für das laufende Jahr gab Finanzchef Ulf Hüttmeyer keinen genauen Ausblick.

Die Analysten der Commerzbank rechnen damit, dass Air Berlin im laufenden Jahr in die Gewinnzone zurückkehrt. Sie prognostizieren einen Nettogewinn von 51 Mill. Euro, der im Jahr 2007 auf 86 Mill. Euro steigen soll. Die Commerzbank ist zusammen Morgan Stanley federführend beim Börsengang.

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