Mindestens 100 Millionen Euro
Post will durch Verdi-Pakt Millionen sparen

Die Deutsche Post verspricht sich durch den Beschäftigungspakt mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hohe Einsparungen und könnte dadurch die im Wertsteigerungsprogramm Star gesteckten Ziele möglicherweise übertreffen.

Reuters DÜSSELDORF. Der Beschäftigungspakt bringe dem Konzern Einsparungen von mindestens 100 Millionen Euro im Jahr, sagte ein Sprecher der Post am Montag in Bonn. Mit Blick auf die bereits verkündeten Einsparziele der Restrukturierung sagte er, diese seien nicht angepasst worden, da es sich ebenfalls um Mindestziele handele. „Da ist noch Luft nach oben“, sagte der Sprecher angesichts der nun erzielten Vereinbarung mit Verdi. Der Kurs der Post-Aktie legte bis zum Mittag um 0,64 Prozent auf 12,51 Euro zu.

Der am Wochenende verkündete Beschäftigungspakt sieht vor, dass die Post bis zum 31. März 2008 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Zudem garantiert der Konzern bis Ende 2006 - mit Ausnahme von 600 Paketzustellbezirken - die Zustellung nicht an Fremdfirmen auszulagern. Im Gegenzug werde die Wochenarbeitszeit im Bereich der Zustellung auf freiwilliger Basis auf bis zu 48 Stunden verlängert. Außerdem würden die Mitarbeiter auf zwei arbeitsfreie Tage pro Jahr verzichten. Die Vereinbarung beinhalte zudem die Ausweitung der so genannten Verbundzustellung, das heißt die gemeinsame Zustellung von Briefen und Paketen durch Briefzusteller. Mit der Vereinbarung habe die Post einen „für Deutschland einmaligen Beschäftigungspakt und gleichzeitig erhebliche Verbesserungen unserer Kostenstruktur erzielt“, teilte Post-Chef Klaus Zumwinkel mit.

Die Post will mit dem Star-Programm bereits rund 350 Millionen Euro allein in diesem Jahr einsparen. Die Post liege dabei im Plan, hatte Finanzvorstand Edgar Ernst erst am Freitag in Frankfurt betont. Seit Beginn des Sparprogramms im letzten Quartal des Jahres 2002 seien bereits Kostensenkungen von rund 180 Millionen Euro erzielt worden, hatte Ernst hinzugefügt. Der Konzern hatte bereits zahlreiche Sparmaßnahmen angekündigt und auch umgesetzt. So soll etwa die Zahl der Filialen bis 2004 um 700 auf dann rund 12.000 schrumpfen. Auch war die Zahl der Briefkästen in Deutschland jüngst reduziert worden.

Zumwinkel hatte zuletzt bei der Hauptversammlung der Post das Ziel bekräftigt, trotz der zum Jahresanfang wirksam gewordenen Portosenkung im Briefgeschäft 2003 einen Betriebsgewinn (Ebita) von mindestens 2,8 (Vorjahr: 2,969) Milliarden Euro erzielen zu wollen. Durch Star soll das Ebita bis zum Jahr 2005 um 1,4 Milliarden Euro auf mindestens 3,6 Milliarden Euro steigen, hatte er frühere Aussagen bekräftigt. 2005 wolle die Post dann die führende Position in der weltweiten Logistik einnehmen.

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