Mindestlohn für Fleischbranche
7,75 Euro sind die unterste Grenze

100.000 Beschäftigte in der Fleischwirtschaft bekommen einen brancheneigenen Mindestlohn: Ab dem 1. August beträgt dieser 7,75 Euro. Bis zum Jahr 2016 soll der Lohn schrittweise weiter angehoben werden.
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BerlinDie wegen Dumpinglöhnen in Verruf geratene Fleischwirtschaft bekommt einen branchenweit verbindlichen Mindestlohn. Damit darf in der Branche vom 1. August an keiner der etwa 100.000 Beschäftigten weniger als 7,75 Euro in der Stunde verdienen. Das Bundeskabinett habe am Mittwoch eine entsprechende Verordnung gebilligt, teilte das Bundesarbeitsministerium in Berlin mit. Doch die Regelung bedeutet auch, dass die Beschäftigten erstmal nicht vom neuen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro profitieren.

Die zunächst nur für die tarifgebundenen Unternehmen vereinbarte Lohnuntergrenze wird nun für die gesamte Branche verbindlich. Bis zum 1. Dezember 2016 werden die Löhne in drei Schritten auf mindestens 8,75 Euro angehoben.

Der Mindestlohn in der Fleischwirtschaft beträgt demnach:
ab 1. August 2014: 7,75 Euro ab 1. Dezember 2014: 8,00 Euro ab 1. Oktober 2015: 8,60 Euro ab 1. Dezember 2016: 8,75 Euro

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht die Regelung als „gutes Zeichen, denn gerade in der Fleischwirtschaft wurden in der Vergangenheit oft Hungerlöhne gezahlt“. Damit sei nun Schluss, da es nun „endlich faire Löhne“ gebe. Die Lohnuntergrenze gelte für inländische und ausländische Beschäftigte hierzulande.

„Über Jahre wurde in der Fleischwirtschaft ein System aus miteinander verwobenen Subunternehmen entwickelt, dass die gnadenlose Ausbeutung der Beschäftigten viel zu einfach machte“, sagte Claus-Harald Güster, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Mit der Einführung des Mindestlohnes wird den schlimmsten Formen der Ausbeutung mit Löhnen noch unterhalb von fünf Euro ein Riegel vorgeschoben.“

Bislang gibt es nun in 14 Branchen allgemeinverbindliche Mindestlöhne. Diese stehen neben dem ab 1. Januar 2015 geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Sie dürfen diesen für eine zweijährige Übergangszeit auch unterschreiten.

Derzeit verhandelt die NGG außerdem über die Einführung eines Mindestlohns im Bäckerhandwerk. Die Gespräche werden Ende August fortgesetzt. Die Branche beschäftigt 284.000 Mitarbeiter in Deutschland. In den meisten Bundesländern werde bei den Bäckern der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro aber schon heute überschritten, sagte Peter Becker, der Präsident des Bäckerhandwerks, der „Deutschen Handwerks Zeitung“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Mindestlohn für Fleischbranche: 7,75 Euro sind die unterste Grenze"

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  • Zitat:
    "Die Fleischwirtschaft war zuletzt wegen Dumpinglöhnen in Verruf geraten. Das wird sich ab dem 1. August ändern."

    Wer ist so naiv und glaubt, das sich diese ALIBI-Maßnahme der Politik positiv entwickeln wird ?

    Diese "Unternehmen" sind sehr erfindungsreich, wenn die Abzüge auf dem "Gehaltstreifen" kreiert werden !

    Leider gibt es immer noch zu viele Arbeitnehmer, die sich diese widerlichen Bedingungen gefallen lassen, schade !

    Es müssen die entzogenen LEITPLANKEN im Arbeitsrecht wieder installiert werden, die von ROT/GRÜN verursacht wurden !

    Dann wäre auch ein Mindestlohn überflüssig !
    Bevor ROT/GRÜN das "Ruder" übernahm, hatten wir auch keinen nötig !

    Die Gründe, diese Leitplanken im Arbeitsrecht zu entziehen, waren auf Lügen und kranken Lobbyeinfluss aufgebaut !

    Aufstocker-Löhne = 1€ Job = Minderwertige Leih- und Werksverträge = Scheinselbständigkeit = unbezahltes Praktikum nach dem Studium = unseriöse Zeitverträge.. !

    Das ist kein modernes, menschenfreundliches Industrieland!

    Arbeit lohnt sich nicht mehr in Deutschland zu diesen Bedingungen, von der angerechneten Rente ganz zu schweigen!


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