Minus von mehr als 12 Prozent
Ahold mit größerem Umsatzrückgang als erwartet

Der hoch verschuldete und in einen Bilanzskandal verwickelte weltweit drittgrößte Einzelhandelskonzern Ahold hat im zweiten Quartal einen größeren Umsatzrückgang verzeichnet als von Analysten erwartet.

Reuters AMSTERDAM. Der Umsatz sei im Vierteljahr um 12,4 Prozent auf 13,0 Milliarden Euro gesunken, teilte der niederländische Konzern am Freitag in Amsterdam mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang um lediglich elf Prozent gerechnet. Im ersten Quartal hatte das Umsatzminus ebenfalls rund elf Prozent betragen. Ahold, die weltweite Nummer drei der Branche gemessen am Umsatz nach dem US-Konzern Wal-Mart und dem französischen Konkurrenten Carrefour, verzeichnete ohne Berücksichtigung von Währungseffekten ein Umsatzplus von 2,3 Prozent - auf vergleichbarer Basis habe das Plus 1,3 Prozent betragen.

Im Februar hatte Ahold bekannt gegeben, seinen Gewinn um rund eine Milliarde Euro zu hoch ausgewiesen zu haben - den Großteil davon betraf die US-Lebensmittelsparte von Ahold. Seitdem hat der Konzern eine Reihe von Managern verloren und kämpft mit rechtlichen Problemen sowie einem immensen Vertrauensverlust seitens der Investoren. Zum Abbau des Schuldenbergs von mehr als zwölf Milliarden Euro versucht Ahold, Vermögenswerte zu verkaufen. Bis 15. August will das Unternehmen seinen Hauptgläubigerbanken zudem die verspäteten Bilanzen für 2002 vorlegen.

Der US-Rivale Wal-Mart hatte am Donnerstag dank des guten Sommergeschäfts für Juli einen Umsatzanstieg von 4,6 Prozent auf vergleichbarer Basis vorgelegt, nachdem die Erlöse in acht vorangegangenen Monaten rückläufig gewesen waren. Ahold-Aktien verloren zu Handelsbeginn an einer kaum veränderten Amsterdamer Börse 2,55 Prozent auf 6,89 Euro. Die Titel waren nach Bekanntwerden des Bilanzskandals Mitte März bis auf gut zwei Euro gefallen und haben seit Jahresbeginn rund 40 Prozent an Wert eingebüßt.

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