Missbrauch von Marktmacht Kartellamt ermittelt gegen Deutsche Post

Die Deutsche Post hat womöglich ihre Marktmacht missbraucht. Es geht um fragwürdige Rabattverträge für den Pressevertrieb, um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen. Das Bundeskartellamt ermittelt gegen den Konzern.
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Der Pressevertrieb der Deutschen Post wird vom Bundeskartellamt untersucht. Quelle: dpa
Deutsche Post

Der Pressevertrieb der Deutschen Post wird vom Bundeskartellamt untersucht.

(Foto: dpa)

BonnDas Bundeskartellamt hat wegen möglicherweise fragwürdiger Rabattverträge für den Pressevertrieb ein Verfahren gegen die Deutsche Post eingeleitet. Es bestehe der Verdacht, dass die Post ihre Marktmacht missbraucht, um Konkurrenten mit Niedrigpreisen und Exklusivverträgen das Wasser abzugraben, bestätigte das Kartellamt am Freitag. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet.

In einem ersten Schritt seien rund 60 Verlage und Versender von adressierten Zeitungen und Zeitschriften angeschrieben und Informationen zu Verträgen und möglichen Rabattvereinbarungen angefordert worden, erklärte die Bonner Behörde.

Ein gelbes Sammelsurium
Schwindendes Kerngeschäft
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Nur noch ein Viertel trägt die Brief- und Paketzustellung zum 60 Milliarden Euro schweren Umsatz der Deutschen Post bei. Was kaum jemand weiß: Die Keimzelle des weltgrößten Logistikkonzerns ist 526 Jahre alt und geht auf den Habsburger Kaiser Maximilian zurück, der Franz von Taxis 1490 zu seinem Postmeister ernannte.

Gelb und Schwarz
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Noch heute trägt Deutschlands Post mit Gelb und Schwarz die Farben des österreichischen Herrschergeschlechts. Doch E-Mail und SMS verdrängen zunehmend Brief und Postkarte, sodass sich der Bonner Dax-Konzern auf benachbarte Geschäftsfelder konzentriert.

Eilige Zustellungen
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2002 kaufte die Deutsche Post den 1969 in San Francisco gegründeten Expressdienst DHL – und stieg damit in den Versand eiliger Sendungen ein. Über das weltweite Zustellnetz finden Dokumente und kleinere Ersatzteile ihren Adressaten oft schon am Folgetag der Sendungsaufgabe.

Schwere Lasten
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Ins internationale Speditionsgeschäft stieg die Deutsche Post 1999 mit dem Kauf des Frachtvermittlers Danzas ein. Seither gehören die Bonner, die dem neuen Geschäftsbereich später die Marke „DHL“ verpassten, zum Spitzentrio in der Luft-, See- und Lkw-Fracht.

Lagerservice
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Für umgerechnet 5,6 Milliarden Euro erwarben die Bonner 2005 den britischen Lagerservice-Anbieter Exel, um dessen Dienstleistungen danach unter der Marke „DHL“ anzubieten. In konzerneigenen Lagerhallen kommissioniert die Post-Tochter beispielsweise komplette Bausätze für Audi-Türen, um sie anschließend nach Ingolstadt zu liefern. Auch Pharmahersteller wie Stada sind Großkunden. Für sie verpackt DHL Medikamente und kommissioniert sie für die unterschiedlichen Absatzmärkte.

Lieferungen aus der Luft
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Seit drei Jahren tüftelt die Deutsche Post an unbemannten Flugobjekten, sogenannten Drohnen, die sie regelmäßig zur Nordsee-Insel Juist oder in den Alpen fliegen lässt. Über die Testphase ist das Projekt noch nicht hinausgekommen, weil behördliche Genehmigungen fehlen.

Supermarkt auf Rädern
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Durch den Einstieg beim Online-Versender Allyouneed ist die Deutsche Post seit kurzem auch Anbieter von Lebensmitteln. Innerhalb weniger Stunden liefert die Konzerntochter Erdbeeren, Hähnchenbrustfilets oder Katzenstreu bundesweit bis vor die Haustür.

Ein Postsprecher bestätigte das Auskunftsersuchen der Behörde. Weitere Angaben wollte er nicht machen. Um was für ein Volumen es bei diesem Geschäft geht, ist offen. Die letzte Angaben datieren laut der Zeitung aus dem Jahr 2013. Damals lagen die Erlöse bei 734 Millionen Euro. Der Markt ist in den vergangenen Jahren aber stark geschrumpft.

  • dpa
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