Missglückter Einstieg ins Schuhgeschäft
Eurobike bereitet Insolvenzantrag vor

Der Anbieter von Motorradbekleidung und -zubehör Eurobike steht nach gescheiterten Verhandlungen mit den Banken vor der Insolvenz.

Reuters FRANKFURT. Trotz Prüfung der Gewährung einer Landesbürgschaft durch das Wirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen hätten die Banken eine Aufhebung der Kreditkündigungen abgelehnt, teilte Eurobike am Dienstagabend mit. Auch die in den vergangenen Tagen erzielten Einsparungen von über fünf Millionen Euro sowie die Bereitschaft von Investoren, Eigenkapital in das Unternehmen einzuschießen, hätten die Banken nicht zu einem Einlenken bewegen können. Eurobike bereite nun die Anträge auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vor. Davon seien auch mehrere Töchtergesellschaften von Eurobike, wie die Hein Gericke Holding GmbH oder die Schuh GmbH, betroffen. Die Insolvenzanträge würden unverzüglich bei den jeweiligs zuständigen Amtsgerichten gestellt.

Eurobike hatte bis zuletzt um frisches Kapital gekämpft, um eine Einigung mit den Banken zur Refinanzierung des Unternehmens zu erzielen. Die mit 24 Prozent über ihre Tochter DIC Deutsche Investors Capital Holding an Eurobike beteiligte Droege & Comp hatte ihre Unterstützung zugesichert. „Wir haben uns bereit erklärt, uns an einer anstehenden Kapitalerhöhung zu beteiligen“, sagte Walter Droege am Dienstag in einem Gespräch mit Reuters. Offensichtlich reichten die Rettungsbemühungen von Eurobike aber nicht aus, die Banken zur Aufhebung der Kreditkündigungen zu bewegen.

Vergangene Woche hatten die Banken das Rekapitalisierungskonzept des Unternehmens abgelehnt und angekündigt, ihre im Rahmen eines Sicherheiten-Poolvertrages gewährten Kreditlinien zu kündigen. Von den mit insgesamt 139 Millionen Euro Kreditmitteln engagierten europäischen Instituten haben zwei bereits mit einem Volumen in Höhe von rund 30 Millionen Euro gekündigt.

Durch den missglückten Einstieg ins Großhandelsgeschäft mit den Gesellschaften Schuh GmbH sowie Difi Vetriebs GmbH und den damit verbundenen Fehlinvestitionen war Eurobike 2001 zum Sanierungsfall geworden. Im Mai 2001 trennte sich Eurobike mit sofortiger Wirkung von Vorstandschef Herbert Will. Dieser hatte für das Geschäftsjahr 2001/02 einen Verlust von 86 Millionen Euro hinterlassen. Auf Grund der hohen Zins- und Tilgungsleistungen wurde nach den Worten von Vorstandschef Peter Mrosik „die Luft zum Atmen dünn“. Wegen mangelnder Zahlungsfähigkeit kam es immer wieder zu Warenengpässen und nicht mehr einholbaren Umsatzeinbußen.

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