Missmanagement

Berggruens Abstiegstruppe bei Karstadt

Karstadt rutscht immer tiefer in die Krise. Die Umstände sind Schuld, sagt das Management um den Investor Berggruen. Die Fachwelt staunt und macht den Führungstrupp verantwortlich. Schlechte Aussichten für das Warenhaus.
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Investor Nicolas Berggruen in Berlin: Kein Glück mit Führungskräften Quelle: ddp

Investor Nicolas Berggruen in Berlin: Kein Glück mit Führungskräften

(Foto: ddp)

DüsseldorfEine eigene Schuld für die Misere bei Karstadt will Warenhaus-Chef Andrew Jennings nicht erkennen. Es sei das "wirtschaftlich schwierige Umfeld der Euro-Krise", gab der 64-jährige Brite zu Protokoll, die den Kaufhauskonzern nun zum Abbau von 2 000 Stellen zwinge.

Manager, die dem Essener Warenhauskonzern nahestehen, sehen das allerdings anders. Von diktatorischem Führungsstil ist dort die Rede, von hohem Führungskräfteverschleiß und - für den Unternehmenserfolg am gravierendsten - von einem verfehlten Wareneinkauf.

Um zwei Prozent sei der Umsatz binnen Jahresfrist eingebrochen, berichtet das Fachblatt "Lebensmittelzeitung". Mit einem voraussichtlichen Ertrag von weniger als 100 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liege Karstadt deutlich unter Plan.

Weg mit dem Karstadt-Mief

Stimmen die Zahlen - ein Karstadt-Sprecher mag sich dazu auf Anfrage nicht äußern -, sind sie kaum mit dem aktuellen Einzelhandelsklima in Deutschland zu erklären. Denn niedrige Arbeitslosigkeit und steigende Konsumbereitschaft lassen die Kassen derzeit klingeln wie selten zuvor. Auch für die kommenden zwölf Monate bleiben die Erwartungen in der Branche mehrheitlich optimistisch, wie das Institut für Handelsforschung im Juni ermittelte.

Stellenabbau kostet viel Geld
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14 Kommentare zu "Missmanagement : Berggruens Abstiegstruppe lähmt Karstadt"

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  • Neckermann lässt grüssen. Politiker sollten viel bescheidener sein. Dynamische Unternehmer - und eine fleissige und innovative Belegschaft, sofern sie innovativ sein darf - sind die Quelle von Gewinne und Arbeitsplätzen.
    Angelsächsische Investmentgesellschaften sind i.d. Regel weder geeignet, das zu erkennen, noch die Belegschaft entsprechend zu fördern und zu motivieren. Der alte NEckermann in Saft und Kraft hätte damals Internet läßt entdeckt und sich zu eigen gemacht.

  • Schon das Insolvenzverfahren war schlicht ein Skandal. Der Verwalter hat das lange hingezogen, mordsmäßig Kohle gemacht (vorwiegend aus der in die Masse vereinnahmten Umsatzsteuer !) und dann an Berggruen billigst verkauft, weil der angeblich das beste Konzept hatte. Das ist so, als würde die katholische Kirche eines ihrer zu renovierenden alten Klöster an einen Spielhallen-Betreiber verkaufen, in der Hoffnung, der mache daraus wieder ein veritables Gebetshaus...

  • Berggruen und Schlecker, an den Beiden sieht man sehr schön, wie durch Stimmungsmache in den Medien ein Menschenbild vermittelt werden kann. Berggruen der Philanthrop und Firmenretter. Schlecker der Ausbeuter und Sklavenhalter.
    Schaut man sich das Ganze mal genauer an, ist Berggruen nichts anderes als eine "Heuschrecke" die mit minimalem Kapitaleinsatz, über einen kurzen Zeitraum, Gewinnmaximierung, auch auf Kosten der Mitarbeiter, betreibt!
    Schlecker hat, als persönlich haftender Kaufmann, über zig Jahre den Laden aufgebaut und steht jetzt in der Gesellschaft als der letzte Ausbeuter da.
    Schlecker hätte rechtzeitig in einen guten Medien und Imageberater investieren sollen.

  • Berggrün ist Mitglied des Council of Foreign Relation, also ALLES ANDERE ALS EIN NAIVER GUTMENSCH.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nicolas_Berggruen

  • Ben-Wa

    Also da sind Sie ja voll und ganz auf seine Propaganda
    hereingefallen, denn Berggruen ist alles, aber bestimmt
    kein Gutmensch.

    Wenn er so ein Gutmensch wäre, warum hat er es dann
    nötig ein absolut undurchsichtiges Firmengeflecht rund
    um die Welt, vor allem aber auf den Steuer-Spar-Inseln
    aufzubauen?

    Der gute Berggruen ist mehr als clever und zockt eben
    nun mal die Karstadt-Leute und Banken, vor allem aber
    die Städte ab.

  • Berggruen ist nur ein einfältiger Gutmensch, der von Wirtschaft nicht übertrieben viel Ahnung hat. Das Führen eines Kaufhauses hat nichts mit Kunst zu tun.
    Berggruen wird mit seinem Ehrgeiz scheitern - als Eigentümer versagt er auf der ganzen Linie! Berggruen weiß nur, wo die nächste Kamera samt Mikrofon steht!

  • Bei Karstadt hat sich außer dem Eigentümer nichts geändert. Auch heute ist noch wie vor 30zig Jahren, der Kunde betritt das Geschäft und wird vom Personal ignoriert und als Störfaktor betrachtet. Hinzu kommt, dass die Sortimente qualitativ deutlich abgebaut haben. In wenigen Häusern KaDeWe ist das anders, aber das funktioniert meinem Eindruck nach eher wie ein Shopping Center. Lohnverzicht für drei Jahre um die Sanierung zu ermöglichen, da zeigt sich heute wieder wie sehr in Deutschland die Arbeitnehmer in diesen Fällen regelrecht "veräppelt" werden. 5 Mio Kaufpreis bei 3,3 Mrd Umsatz dazu die Assets. Mehr soll da an Erlös nicht möglich gewesen sein, dass kann ich kaum glauben.

  • Da scheinen viele Probleme eine Rolle zu spielen, vor allem aber Führungsprobleme. Ein Haus wie Karstadt zerbricht an der fehlenden Mediation zwischen den verschiedenen Kulturen. Den Bock zum Gärtner hat man mit dem CEO gemacht. Ein Engländer auf dem Stuhl eines dt. Unternehmens, das kann nur schief gehen. Der menschenverachtende englische Führungsstil ist ja bekannt dafür, dass der Mitarbeiter wenig geschätzt wird. Karstadt sollte sterben, um die Todeswehen nicht auch noch ansehen zu müssen. Geist braucht die Firma, möglichst jedoch einen guten...

  • Die Zeit der großen Kaufhäuser ist vorbei. Sie dienen noch der Information und Inspiration; gekauft wird dann zunehmend über das Internet.

  • Es ist wirklich erbärmlich für ein "Wirtschaftsblatt" wie hier über Karstadt und Berggruen berichtet wird. Jedem halbwegs informierten Leser war bereits lange vor den Entlassungen klar, dass der ach so hoch gejubelte Philatroph vielleicht doch nur Geld im Kopf hat.

    Ich habe das Gefühl, dass in der Bankenkrise ähnlich "gearbeitet" wird und hinterher ist man ganz überrascht wenn ein Land seine Schulden nicht bezahlt.

    Macht man sich als Journalist (nicht zumindest moralisch) mitverantwortlich wenn man dermaßen schlecht arbeitet?

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