Mit 150 Auflagen
Werft für Super-Airbus kann gebaut werden

Die geplante Lufthansa-Werft für den Super-Airbus A-380 kann am Frankfurter Flughafen gebaut werden. Der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) erteilte in Wiesbaden den notwendigen Planfeststellungsbeschluss. Mit dem Bau der Halle, für die rund 20 Hektar Wald gefällt werden müssen, soll Anfang 2005 begonnen werden.

HB FRANKFURT. Der Eingriff in den Schonwald sei minimal im Vergleich zu den Vorteilen für den Flugverkehr und die Drehscheibenfunktion des Flughafens, sagte der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) bei der Vorstellung des Planfeststellungsbeschlusses am Montag in Wiesbaden. Durch den Bau der Halle sollen bis 2015 rund 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat bereits eine Klage gegen den Bau der Wartungshalle angekündigt. Außerdem will er per Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel die sofortige Vollziehbarkeit des Beschlusses verhindern. Der BUND argumentiert, dass die Halle auch auf dem bisherigen Flughafengelände Platz hätte.

Auf dem Gelände des Flughafens biete sich keine bessere Möglichkeit zum Bau der Flugzeugwerft, erklärte dagegen Rhiel. Sein Ministerium habe den Belangen des Naturschutzes außerdem durch 30 Auflagen Rechnung getragen: So müsse der Flughafenbetreiber Fraport Ausgleich für den Eingriff in Flächen schaffen, die durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie besonders geschützt sind. Binnen drei Monaten müsse Fraport daher ein Konzept zur Entwicklung von bodensauren Eichenwäldern und Lebensräumen für den Hirschkäfer und die Bechsteinfledermaus vorlegen. Der Planfeststellungsbeschluss ist sofort vollziehbar. Fraport hatte jedoch zugesagt, nicht zu roden, bis der Beschluss im Eilverfahren vom Verwaltungsgericht überprüft ist.

Die Grünen im hessischen Landtag und der BUND kritisierten den Planfeststellungsbeschluss. „Bannwald darf überhaupt nicht gerodet werden; eine Umwandlung wäre nur möglich, wenn überwiegende öffentliche Interessen dies unabweisbar notwendig machen“, erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Landtagsfraktion, Frank Kaufmann. Es gebe jedoch alternative Standorte auf dem Flughafengelände, obwohl Fraport in den vergangenen Jahren einige in Frage kommende Flächen zugebaut habe. Auch die Vorstandssprecherin des BUND in Hessen, Brigitte Martin, kritisierte den Beschluss. Schutzgebiete könnten nicht einfach ausgetauscht werden, erklärte sie. Sowohl der Hirschkäfer als auch die Bechsteinfledermaus stünden auf der roten Liste der besonders gefährdeten Tiere.

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