Mit dem Beitritt von KLM, Continental und Northwest wächst das Luftfahrtbündnis kräftig
Skyteam kommt Marktführer Star Alliance gefährlich nahe

Der Wettbewerb der führenden Luftfahrtbündnisse wird mit Beginn kommender Woche härter: Am Montag treten KLM sowie die US-Fluglinien Continental und Northwest der Flugallianz Skyteam bei. Skyteam wird vom frisch fusionierten Konzern Air France-KLM angeführt. Das Bündnis kommt mit den Neuaufnahmen dem Marktführer Star Alliance unter Führung der Deutschen Lufthansa gefährlich nahe.

DÜSSELDORF. Das zeigt ein Blick auf die Marktanteile im globalen Luftverkehr: Nach der Erweiterung werden zwischen den Anteilen von Skyteam und Star Alliance nur noch zwei Prozentpunkte liegen (siehe Grafik). Die Aufholjagd des Skyteams ist rasant: Als das Bündnis Mitte 2000 startete, war Star Alliance – eine Idee des Ex-Lufthansa-Chefs Jürgen Weber – schon drei Jahre am Markt. Abgehängt wurde die von British Airways geführte Allianz Oneworld. „Das Skyteam-Wachstum hielt die Branche nicht für möglich“, sagt Ulrich Horstmann, Analyst der Bayerischen Landesbank.

Star Alliance, Skyteam und Oneworld bestimmen zunehmend den Takt in der globalen Luftfahrt. Zu ihren Gründern gehören zwar große amerikanische Fluggesellschaften. Doch diese kämpfen seit Jahren gegen ihr wirtschaftliches Desaster, so dass es die Europäer sind, die die Allianz-Idee vorantreiben. Als Anführer im Kampf um die globale Marktführerschaft formieren sich Jean-Cyril Spinetta und Wolfgang Mayrhuber – die Chefs von Air France-KLM und Lufthansa.

Noch hält die Star Alliance die Spitze. Sie verfügt über das „dichteste Streckennetz und die größte Erfahrung. „Ihre Mitglieder haben ein annähernd homogenes Qualitätsniveau“, erläutert Martin Köhler, Airline-Experte der Boston Consulting Group. Allerdings müsse die Allianz auch wegen ihrer vielen Mitglieder auch „höchste Komplexität“ meistern. Spinetta vertrat auf dem letzten Skyteam-Treffen in Seoul die Meinung, eine Allianz sollte höchstens zehn Mitglieder umfassen.

Eine führende Position hat sich die Star Alliance in Europa aufgebaut, etwa durch die Aufnahme der polnischen LOT und der Austrian Airlines. „Die „potenzielle Gefahr einer ,Einkreisung’ ist gebannt“, bewertet Analyst Horstmann das Europanetz, das oft als zu dicht geknüpft kritisiert wird. Spinettas Skyteam hingegen ist mit dem am Rande der Pleite fliegenden Staats-Carrier Alitalia belastet.

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