Mit Kooperationen bei Netzen und Kraftwerken reagieren Kommunalversorger auf die neuen Spielregeln am Energiemarkt
Stadtwerke schließen Allianzen

Die deutschen Stadtwerke verbünden sich: Mit Allianzen beim Betrieb von Netzen und Kraftwerken bereiten sich die Kommunalversorger auf die geänderten Spielregeln am Strom- und Gasmarkt durch das neue Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vor.

DÜSSELDORF. „Wir gehen davon aus, dass der Druck auf die Kosten steigt“, sagt Ewald Woste, Vorstandschef des Frankfurter Versorgers Mainova AG. Sein Unternehmen hat schon reagiert. In diesen Tagen beschloss es die Gründung einer gemeinsamen Netzgesellschaft mit den benachbarten Stadtwerken aus Hanau. Die beiden Unternehmen behalten zwar das Eigentum an ihren Netzen, den Betrieb übernimmt aber das Gemeinschaftsunternehmen. Mainova führt bereits Gespräche mit anderen potenziellen Partnern.

Das ist kein Einzelfall: Bundesweit kooperieren und fusionieren Stadtwerke, bilden Netzwerke wie Citiworks in München und Trianel in Aachen oder planen Gemeinschaftskraftwerke. Trianel etwa will im westfälischen Hamm ein 450 Mill. Euro teures Gaskraftwerk bauen. 21 Stadtwerke sind beteiligt.

Die Kommunalversorger bereiten sich auf die neuen Regeln vor, die ab Sommer auf dem deutschen Energiemarkt gelten sollen. Sieben Jahre nach der formellen Marktöffnung soll das neue EnWG den schleppenden Wettbewerb in Schwung bringen. Erstmals wird der Markt dann von einer Regulierungsbehörde überwacht. Die Bundesnetzagentur soll die Gebühren kontrollieren, die die Versorger von Konkurrenten bei der Durchleitung von Strom und Gas verlangen. Am Zugang zu den Netzen waren Newcomer bisher gescheitert – lediglich Yello konnte sich einen nennenswerten Marktanteil sichern.

Die rund 800 Kommunalversorger haben sich dagegen gut am Markt behauptet. Bei der Belieferung von Privatkunden mit Strom und Gas kommen sie auf einen Marktanteil von über 50 Prozent. Dabei hatten Branchenexperten 1998 bei der Liberalisierung vor allem die Stadtwerke als Verlierer gesehen. Doch weniger als fünf Prozent der Haushaltskunden wechselten tatsächlich den Versorger.

Ob sich daran rasch etwas ändern wird, ob neue Wettbewerber den Stadtwerken Marktanteile abjagen können, ist fraglich, wie Energieexperte Karlheinz Bozem von der Unternehmensberatung Booz, Allen & Hamilton sagt. „Unbestritten ist aber, dass der Regulierer die Netzentgelte senken wird und die Kommunalversorger ihre Kosten in den Griff bekommen müssen.“

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