Mit Qualität und Design gegen Sparsamkeit
Möbelbranche zeigt sich für 2004 optimistisch

Die deutsche Möbelbranche blickt zu Beginn der Internationalen Möbelmesse in Köln (bis 25. Januar) optimistisch in die Zukunft.

agr KÖLN. „Mit einer Geiz-ist-Geil-Einstellung kommen wir aber nicht weiter“, sagte Helmut Lübke, Chef der Interlübke-Gruppe und Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, anlässlich der Eröffnung der Messe. Die Branche müsse Qualität und Design noch stärker in den Mittelpunkt stellen als bisher.

Mit dieser Strategie wollen die Möbelhersteller der Billigkonkurrenz vor allem aus Osteuropa und dem Trend zu Mitnahmemöbeln à la Ikea Paroli bieten. Zwar hat die Branche in den vergangenen acht Jahren die Exportquote um 10 Prozentpunkte auf über 25 % erhöht. Die Exporte gehen vor allem in die EU. Doch sind die Importe 2003 stärker gestiegen als die Exporte.

Wegen der sich aufhellenden Konjunktur in Deutschland ist die Möbelindustrie aber zuversichtlich gestimmt. 2004 wird mit einem Umsatzplus von 2 % nach einem Minus von 2 bis 3 % auf 20 Mrd. Euro im Jahr 2003 gerechnet. Lübke geht davon aus, dass der starke Personalabbau der Vergangenheit angehört. Die 1 300 deutschen Möbelhersteller beschäftigen 128 000 Mitarbeiter, 6,9 % weniger als Ende 2002.

Die Konsumenten müssen sich allerdings auf steigende Preise einstellen, die aus der Konzentration der deutschen Anbieter auf höhere Qualität folgt. „Die Preise werden in zwei bis drei Stufen hoch gehen, und zwar um bis zu 5 %“, hatte kürzlich Günther Härtl, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Möbelfachhandels, angekündigt.

Die Talsohle scheint auch für Deutschlands größten Möbelhersteller, die Schieder Möbel Holding, durchschritten. „Die Stabilisierung des deutschen Marktes hat bei Schieder bereits im Dezember zu einem deutlich stärkeren Auftragseingang geführt“, sagte Schieder-Chef Rolf Demuth auf der Messe. Er rechnet für das Geschäftsjahr 2004/05 (31. März) daher mit einem Umsatzplus von 3 bis 5 %. Der Anteil des Auslandsumsatzes soll von 39 (Vorjahr 37) % auf über 40 % steigen.

Während der Umsatz 2003/04 im Ausland um 5 % zulegte, verzeichnete Schieder in Deutschland einen leichten Rückgang. Demuth ist aber zuversichtlich, wegen des guten Dezember-Geschäfts einen Umsatz auf Vorjahreshöhe von über 1 Mrd. Euro zu erzielen. Schieder schreibe schwarze Zahlen. Das Ergebnis werde aber vom Auslandsgeschäft getragen. Weltweit beschäftigt die Herforder Firma 11 000 Mitarbeiter, davon 1 850 in acht deutschen Werken. 65 % der Möbel werden im Ausland hergestellt, vor allem in Polen.

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