„Mitarbeiter streut interne Bahn-Zahlen“
Mehdorn vermutet undichte Stelle im Bundestag

Ein Fraktionsmitarbeiter des deutschen Bundestages wird von Bahnchef Hartmut Mehdorn verdächtigt, vertrauliche Konzern-Informationen an Medien zu streuen.

HB BERLIN. Dem Unternehmen sei in Gesprächen mit Medienvertretern wiederholt bestätigt worden, dass „ein Mitarbeiter einer Bundestagsfraktion solche 'Stories' gezielt anbiete“, schreibt Mehdorn in einem Brief an den Verkehrsausschuss, der Reuters am Mittwoch vorlag. „Wir stellen auffällig viele Stories fest, in denen vertrauliche Unternehmenszahlen und -informationen ohne Sachkenntnis oder vorsätzlich verzerrend zusammengestellt und nahezu zu Verschwörungstheorien aufgebauscht werden“, heißt es weiter. Damit werde versucht, „auf den Entscheidungsprozess zur Privatisierung der DB AG polemische Einfluss zu nehmen“.

Die Bahn könne zwar nicht abschließend beurteilen, ob die Aussagen der Medienvertreter über den Mitarbeiter der Fraktion zuträfen. Da sich die Informationen aber häuften, müsse der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Klaus Lippold (CDU) informiert werden, schreibt Mehdorn.

Der Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann sprach von einem offenkundigen Problem Mehdorns mit einer kritischen Öffentlichkeit. „Immer wenn es schwierig wird für ihn, sind Verschwörer am Werk“, sagte Hermann. „Im Grunde ist es sein Problem, dass es undichte Stellen in seinem Konzern gibt.“

Die Deutsche Bahn will zusammen mit ihrem Schienennetz an die Börse gehen. Dies trifft bei Verkehrspolitikern verschiedener Fraktionen auf Widerstand, da sie eine Behinderung des Wettbewerbs auf der Schiene befürchten.

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