Mitbewerber aus dem Rennen
Rexel gelingt Übernahme von Elektro-Großhändler Hagemeyer

Das französische Unternehmen Rexel tritt in exklusive Verhandlungen mit dem Elektro-Großhändler Hagemeyer aus den Niederlanden. Nachdem Rexel sich mit dem verbleibenden Wettbewerber geinigt hat, geht die Fusion nun in die heiße Phase.

PARIS. Der Übernahmekampf um den niederländischen Elektro-Großhändler Hagemeyer ist beendet: Nachdem der französische Wettbewerber und Marktführer Rexel seine Offerte nachgebessert hatte, willigte das Hagemeyer-Management in "exklusive Gespräche“ für eine freundliche Übernahme ein. Rexel hat seine Offerte um 25 Cent auf 4,85 Euro je Hagemeyer-Aktie erhöht. Damit wird Hagemeyer mit rund 3,1 Mrd. Euro bewertet. Rexel erklärte, dass die bessere Offerte an Bedingungen geknüpft sei, etwa eine umfassende Kaufprüfung (Due Diligence) sowie den Abschluss eines finalen Kaufabkommens.

Rexel hatte sich zuvor mit Wettbewerber Sonepar geeinigt; das Abkommen sieht vor, dass Rexel alleine für Hagemeyer bietet und nach der Übernahme die wichtigsten Aktivitäten in Europa behält und das US- und Asiengeschäft an Sonepar weiter verkauft.

Analysten und Börse begrüßten die Einigung. "Der nun gebotene Preis liegt im Korridor der Erwartungen“, kommentierte Piet Heyn Leune, Analyst der Großbank ING. "Mit einem Gegenangebot seitens eines Finanzinvestors ist nicht zu rechnen, dieser kann keine industrielle Synergien heben.“ Die ING-Analysten rechnen mit Kostenersparnissen aus der Übernahme von 125 Mill. Euro pro Jahr. Die Rexel-Aktie legte leicht zu, Hagemeyer stiegen um über ein Prozent auf 4,7 Euro und näherte sich damit dem gebotenen Preis.

Unternehmen wie Rexel und Hagemeyer kaufen Elektronik-Bauteile wie Stromzähler und Schaltelemente von den Herstellern wie Siemens oder Schneider Electric, um sie anschließend an die Industrie zu verkaufen (Bau, Automobil). Durch die Übernahme von Hagemeyer stärkt Rexel seine Position als Weltmarktführer und damit seine Einkaufsmacht bei der Industrie. Mit der Übernahme von Hagemeyer gewinnt Rexel rund 3,6 Mrd. Euro Umsatz hinzu, 2006 setzten die Franzosen allein knapp elf Mrd. Euro um.

In Deutschland wächst Rexel dank der Übernahme erheblich: Verkauften die Franzosen bisher Elektronik-Bauteile im Wert von 400 Mill. Euro pro Jahr, kommen nun pro forma Umsätze von 900 Mill. Euro dazu. Durch den Zukauf verlegt sich der Geschäftsschwerpunkt auf Europa, die Region steuert künftig über die Hälfte zum Umsatz bei.

Auf den ersten Blick bezahlt Rexel viel: Die neue Offerte bewertet Hagemeyer mit umgerechnet dem 12,5-Fachen des für 2007 erwarteten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Rexel selbst wird an der Börse nur mit dem 5,2-Fachen bewertet. "Hagemeyer steckt noch mitten in der Restrukturierungsphase“, sagte ING-Analyst Leune. Daher würde der Blick auf die Gewinnerwartung für 2007 das Bewertungsbild verzerren. Rexel sei profitabler und werde in der Lage sein, die Restrukturierung von Hagemeyer weiter voran zu treiben. Daher sei die Übernahme ein sinnvolles Investment, so der Experte. Rexel will den Kauf über Schulden und den Teil-Weiterverkauf der Hagemeyer-Aktivitäten finanzieren.

Die französische Rexel wurde 1967 unter dem Namen CDME (Compagnie de Distribution de Matériel Electrique) gegründet und gehört mehrheitlich Fonds-Investoren.

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