Mitflugzentrale: Im Privatjet mit Captain Jack

Mitflugzentrale
Im Privatjet mit Captain Jack

Fliegen im Privatjet muss nicht viel teurer sein als ein Business-Class-Ticket. Mit seiner Mitflugzentrale Victor will Clive Jackson das private Fliegen billiger machen. Handelsblatt Online erklärt er seine Idee.
  • 0

Düsseldorf/RotterdamEigentlich ist die Lufthansa Schuld, dass es nun eine Mitflugzentrale für Privatjets gibt, erzählt Clive Jackson. Normalerweise wäre der Gründer von Victor nicht auf die Idee gekommen, im Privatjet zu reisen. Doch als die britische BMI nach ihrer Übernahme durch die Lufthansa die Flüge von Heathrow nach Palma de Mallorca strich, suchte der Unternehmer nach Alternativen. Kurzerhand charterte er mit Freunden einen Privatjet, um schneller zu seiner Finca zu kommen – und war erstaunt wie günstig man privat fliegen kann, wenn man sich die Kosten teilt. Die Kosten lagen nur wenige Euro über einem Ticket der Business-Class.

Unter dem Namen „flyingmallorca.com“ suchte er nach Mitfliegern und wurde schnell fündig, Ende 2010 baute er das Portal zum Marktplatz für Privatflüge aus – und änderte den Namen in Victor. Der kleine Kreis der Mitglieder hat sich im vergangenen Jahr auf 2500 verzehnfacht. Wir treffen Clive Jackson in der Abfluglounge des Privatterminals am Düsseldorfer Flughafen, um ihn auf einem Flug nach Rotterdam zu begleiten. Er trägt ein offenes Hemd, helles Sakko, keine Krawatte. Gerade ist er aus London angereist.

Wenn er über sein Unternehmen redet, schnipst er mit den Fingern und ballt die Faust, um seinen Aussagen Nachdruck zu verleihen. Jackson ist ein Verkäufer und bringt sein Geschäftsmodell auf eine einfache Formel: „Wir wollen das Fliegen mit dem Privatjet günstiger, einfacher und transparenter machen“, sagt Jackson. Bisher wurden Privatjets meist über Broker angemietet. Ein System, das viel zu intransparent sei. Zum Beispiel würden nur wenige Broker offenlegen, wie viel sie tatsächlich für ein Flugzeug bezahlen und wie viel Gebühren sie aufschlagen. Auf seinem iPad erklärt „Captain Jack“, wie er sich selbst nennt, das System seiner Website flyvictor.com

Über ein Formular können Nutzer Flugzeuge anmieten, ihr eigenes Flugzeug anbieten oder nach Mitfliegern suchen. Die Fluggesellschaften erstellen ein Angebot, aus denen der Nutzer wählen kann. Alles soll so transparent wie möglich sein: Flugzeugtyp, Fluggesellschaft und Preis kann der Nutzer direkt abfragen. Victor kassiert für die Vermittlung fünf Prozent Gebühren. Eine Mitgliedsgebühr gibt es nicht.

Herr Jackson, Fluggesellschaft bzw. Jetbesitzer und Kunden müssen sich erst über Ihre Homepage finden. Sonderlich flexibel klingt das nicht...

Ist es aber: Im Vergleich zur Konkurrenz im Privatjet-Bereich sind wir außerordentlich flexibel. Bis zu drei Stunden vor dem Abflug kann ein freier Platz gebucht werden. Wenn noch ein eigenes Flugzeug gechartert werden muss, brauchen wir nur etwa zehn Stunden Vorlaufzeit. Das ist immer noch flexibler als bei der Konkurrenz oder über einen Broker. Außerdem erreichen wir viele Flughäfen, die von den großen Airlines gar nicht angeflogen werden.

Kommentare zu " Mitflugzentrale: Im Privatjet mit Captain Jack"

Alle Kommentare
    Serviceangebote