Mitsukoshi und Isetan vor Fusion
Japans Kaufhäuser konsolidieren

In Japans Einzelhandel entsteht ein neuer Marktführer. Die alteingesessenen Kaufhausketten Mitsukoshi und Isetan fusionieren im nächsten Frühjahr unter einer Holding, die auf einen Gruppenumsatz über 1,5 Bill. Yen (zehn Mrd. Euro) kommen wird. Nach der Fusion bleiben nur noch vier große Spieler übrig.

TOKIO. Vorstandssitzungen beider Firmen müssen den Plan noch offiziell beschließen, was kommende Woche geschehen könnte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo aus Unternehmensquellen. Mit der Fusion werden sich die neuen Partner noch vor einen Branchenersten schieben, der im September durch die Fusion der Konkurrenten Matsuzaka und Daimaru entstehen soll. Auf Japans Kaufhausmarkt bleiben damit nur vier Spieler mit einem Umsatz über einer Bill. Yen übrig.

Branchenstimmen zufolge will Mitsukoshi einen Übernahme durch Finanzinvestoren verhindern. Die Aktie gilt als preiswert, zugleich sind in dem personalintensiven Geschäft noch Einsparungen möglich. Bei Mitsukoshi stehen noch traditionell Mädchen an Rolltreppen und Aufzügen, die sich den ganzen Tag nur vor Kunden verbeugen. In den Abteilungen für exklusiven Lackwaren oder Kimonos kümmern sich zuweilen vier oder fünf Verkäuferinnen um eine einzigen Kundin. Diesen Stil will sich Mitsukoshi trotz einer laufenden Effizientsteigerung erhalten – was beim Einstieg eines stärker auf Rendite achtenden Investors vielleicht nicht möglich wäre. Die Marktkapitalisierung von Mitsukoshi und Isetan zusammen würde bei derzeitigen Kursen bei 720 Mrd. Yen liegen. Ein asienweit agierender Fonds soll in diesem Sommer bereits begonnen haben, Mitsukoshi-Aktien zusammenzukaufen.

Die zwei Ketten hoffen zwar auf Skaleneffekte im Einkauf, haben jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Mitsukoshi orientiert sich an reiferen Kunden, die für die Atmosphäre eines gediegenen Hauses und das Prestige einer edlen Verpackung einiges draufzahlen. Isetan unterhält zwar auch noble Häuser, zieht jedoch insgesamt eher ein modebewusstes Publikum zwischen 20 und 45 Jahren mit ordentlichem Einkommen an. Das erste Bekleidungsgeschäft unter dem Namen Isetan eröffnete 1886, Mitsukoshis Gründerfamilie Mitsui eröffnete ihren ersten Tuchladen 1673.

Ein Billionenumsatz gilt angesichts der harten Konkurrenz als Voraussetzung fürs Überleben im japanischen Einzelhandel. Die Umsätze stagnieren, da die Bevölkerung altert und schrumpft. Gerade die Kaufhäuser stehen zusätzlich unter Druck, weil Einkaufszentren und einige Supermarktketten in ihr angestammtes Geschäft vorstoßen. Im Jahr 2003 hatten mit den Ketten Seibu und Sogo die Konsolidierungswelle begonnen. Einzig der Kaufhausbetreiber Takashimaya bleibt jetzt ohne Partner übrig, er erreicht die kritische Größe jedoch auch alleine. Das Unternehmen, das aus Matsuzakaya und Daimaru im Septmber hervorgeht, erhält den Namen „J. Front Retailing“. Sämtliche an den Konsolidierungen beteiligten Markennamen bleiben erhalten.

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