Mode-Einkaufsverbund Katag
Smartphone-Kassen gegen den mauen Markt

Wer Mode verkaufen will, hat es derzeit nicht leicht in Deutschland: Der Markt schrumpfte 2013 um fast drei Prozent. Dem Mode-Einkaufsverbund Katag erging es besser – entgegen dem Markt konnte das Unternehmen wachsen.
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DüsseldorfUnabhängige Boutiquen sind in der Krise, Fachgeschäft schließen, selbst Mode-Ikone Eickhoff auf der Düsseldorfer Königsallee gibt auf. Und trotzdem: Katag, ein Konzern, der den gemeinsamen Einkauf für 370 Händler mit 1400 Läden regelt, wächst – zumindest leicht. Ein Plus von 0,7 Prozent meldet Katag-Chef Daniel Terberger im Gespräch mit Handelsblatt Online. Dabei war der Gesamtmarkt in Deutschland fast drei Prozent rückläufig.

909 Millionen Euro setzte Katag demnach 2013 um. „Wir operieren auf einem strukturellen Nicht-Wachstumsmarkt. Daher müssen wir ständig Marktanteile gewinnen“, sagte Terberger. Er entwickelt dazu Eigenmarken weiter – vor allem Premium-Angebote, die den Händlern im höherpreisigen Segment mehr Marge bringen sollen als ähnlich positionierte unabhängige Marken. So hat Terberger etwa die Marke Jette mit der Designerin Jette Joop ausgebaut. Die Katag-Händler sollen damit auch gegen die steigende Konkurrenz von Ketten wie Zara ankommen.

Nicht allen gelingt das. 2012 hatte Katag einen leichten Umsatzrückgang verzeichnet, weil sich Terberger von schwachen Händlern trennte. „Wir trennen uns regelmäßig von Händlern mit hohem Risiko. Wir dürfen nicht der Letzte sein, der dort das Licht ausmacht“, sagt Terberger. Wachstum sieht er hingegen im Online-Geschäft. Noch kommt nur ein Prozent des Umsatzes aus Web-Shops, bei denen Terberger mit stationären Händlern kooperiert. Und noch sind die Investitionen höher als der Gewinn, aber Terberger hofft: „Im Online-Geschäft ist der Break-even am Horizont zu sehen.“ Insgesamt sei Katag 2013 aber profitabel.

Schwung soll auch eine Kooperation mit der Otto-Gruppe bei einem Bezahlsystem über Smartphones bringen. Dabei scannen Kunden mit ihrem Telefon einen QR-Code – entweder an der Kasse oder auf dem Bildschirm – und können so eine Zahlung freigeben. Die Katag-Händler sollen das System der Otto-Tochter Yapital zu Sonderkonditionen erhalten. Yapital-Chef Nils Winkler verspricht sich davon, dass das noch recht unbekannte System in zahlreichen Läden ankommt und von mehr Kunden genutzt wird. „Die Zusammenarbeit mit Katag bietet uns die Möglichkeit, auf einen Schlag eine große Zahl von Modehändlern von Yapital zu überzeugen“, sagt er.

Finanziell will Terberger Katag stärken. Zwei Millionen Euro neues Kapital werde die Familie ihr Unternehmen stecken, kündigte er an. Das könnte auch bei der Expansion im Ausland helfen. Lediglich 20 Prozent des Umsatzes kommen bislang daher. Hoffnungsträger ist dabei die Moskauer Modemesse CPM der Messe Düsseldorf, bei der Katag erstmals dabei ist.

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