Modebranche: Asien erobert die Modewelt des Westens

Modebranche
Asien erobert die Modewelt des Westens

Die Mode erobert Asien. Diesen Trend gibt es, seit die Mittelschichten in China, Indien und selbst auf den Philippinen zu bescheidenem Wohlstand gekommen sind. Jetzt aber erobert Asien die Mode. Die Fashion-Elite trifft sich diese Woche in New York - und blickt doch sehnsuchtsvoll nach Asien, dem Zukunftsmarkt.
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NEW YORK/LONDON. Größer soll sie sein, geballter, luxuriöser - auf Augenhöhe mit Ballett und Oper: Die New York Fashion Week beginnt heute nicht, wie sonst, in einem Zelt im Briant Park. Erstmals lassen sich die weltbesten Edelschneider rund ums Lincoln Center feiern, im Herzen Manhattans. Dort, wo der Westen so schillernd und letztlich so westlich ist wie sonst wohl nirgends auf der Welt.

Doch auch die neue Edel-Location kann viele Modemanager nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie mit dem noch immer bedeutenden Modespektakel eigentlich am falschen Ort sind. Oder gar im falschen Film?

Donna Karan beispielsweise, eine der erfolgreichsten US-Modedesignerinnen des 20. Jahrhunderts und Schöpferin des Kultlabels DKNY. Die 61-Jährige resümiert melancholisch: "Es gab die Mode aus New York. Es gab Paris und London." Und dann fügt sie hinzu: "Ich hatte den Namen Donna Karan New York gewählt, weil ich das Gefühl hatte, von New York spricht die Welt. Heute sollte es eher DKNY China heißen", sagte sie einer kanadischen Zeitung.

Die Mode erobert Asien. Diesen Trend gibt es, seit die Mittelschichten in China, Indien und selbst auf den Philippinen zu bescheidenem Wohlstand gekommen sind. Jetzt aber erobert Asien die Mode. Nirgendwo wird das schmerzlicher deutlich als bei der Fashion Week in New York. "Die meisten vielversprechenden Designer", schreibt die "New York Times", "kommen mittlerweile aus Asien."

Die kreativen Schneider des Westens, sie haben ihre Strahlkraft verloren. So ging nicht nur der Mode-Oskar, verliehen vom altehrwürdigen Council of Fashion Designers of America, in diesem Juni erstmals an drei Asiaten: Richard Chai, Jason Wu und Alexander Wang. Letzterer feiert vor allem in den USA große Erfolge, weil First Lady Michelle Obama Wangs Couture gern bei öffentlichen Auftritten trägt.

Auch das Geschäft verlagert sich zunehmend nach Osten, vor allem nach China. Weltweit brachen die Umsätze der Luxusbranche im vergangenen Jahr um acht Prozent ein - in China dagegen legten sie laut einer Studie der Beratung Bain & Company um zwölf Prozent zu. Die selbstbewussten Konsumenten im Reich der Mitte sind längst ein zentraler Faktor des globalen Luxusmarkts geworden. "Für Modedesigner ist das der Wachstumstreiber für die nächsten 20 Jahre", sagt Milton Pedraza vom New Yorker Luxury Institute. Und weil der Trend Langlebigkeit im kurzlebigen Modegeschäft verspricht, schielen immer mehr Konzerne auf eigene chinesische Marken und prägen ihre Kollektionen fernöstlich.

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