Modebranche
Escada-Insolvenzverfahren beginnt

Das Amtsgericht München hat das Verfahren für den zahlungsunfähigen Damenmodekonzern eröffnet. Der Insolvenzverwalter Christian Gerloff will das Unternehmen als Ganzes fortführen. Das Interesse an der Luxusmarke ist offenbar groß.
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HB MÜNCHEN. Das Insolvenzverfahren beginnt, Auswirkungen auf die laufenden Verhandlungen mit Investoren gebe es jedoch keine, betonte die Modefirmen. Allgemein wird Anfang November ein Abschluss der Investorengespräche erwartet, möglicherweise noch in der laufenden Woche. Aus Finanzkreisen heißt es, es seien noch drei Interessenten im Rennen, dazu gebe es einen vierten „in der Hinterhand“. Unter den verbliebenen Bietern sind demnach der Sohn des Firmengründers, Sven Ley, sowie Megha Mittal, die Schwiegertochter des indischen Stahlproduzenten Lakshmi Mittal.

Ley und die Investoren, die hinter ihm stehen, sollen rund 70 Mio. Euro für Escada geboten haben. Dieses Gebot sei zwar nominell das höchste aber an sehr weitgehende, teils inakzeptable Bedingungen geknüpft hieß es. Die volle Summe würde dadurch niemals ausgezahlt. Die 70 Mio. seien in ihrer Höhe insofern nur ein „Scheinangebot“. Zur Höhe der anderen Angebote war lediglich zu erfahren, dass sie sich nicht in vollkommen anderen Dimensionen bewegen sollen.

Escada hatte Anfang August Insolvenzantrag beim Münchener Amtsgericht gestellt. Seither sucht Insolvenzverwalter Gerloff einen Käufer für das verlustreiche Unternehmen. Der Jurist steht unter immensem Zeitdruck. Je länger sich die Insolvenz hinziehe, desto stärker leide das Image, heißt es in Branchenkreisen. Weil die Händler bis Ende November die neue Kollektion ordern, müsse spätestens bis dahin geklärt sein, wie es weitergehe.

Insolvenzverwalter Gerloff will die Firma mit ihren gut 2 200 Mitarbeitern möglichst als Ganzes erhalten. Dabei ist wahrscheinlich, dass die Vermögenswerte aus dem Unternehmen herausgelöst werden und an den neuen Eigentümer gehen. Die börsennotierte Hülle würde zurückbleiben. Vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, warum die bisherigen Großaktionäre viele ihrer Aktien in den vergangenen Tagen verkauft haben. Sowohl die Herz-Familie, die rund ein Viertel der Papiere hielt, als auch der Russe Rustam Aksenenko haben ihre Beteiligungen massiv zurückgefahren.

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