Modebranche
Esprit stößt schwache Läden ab

Neben dem Rückzug aus dem Nordamerika-Geschäft plant Esprit die Schließung von 80 unrentablen Filialen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete der Konzern einen deutlichen Gewinneinbruch.
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RatingenDer Modekonzern Esprit wird sich nach verlustreichen Jahren aus dem nordamerikanischen Markt zurückziehen und weitere 80 unrentable Filialen außerhalb der USA schließen. Das gab die Esprit Holdings Limited am Donnerstag in Hongkong bei der Veröffentlichung von Jahreszahlen bekannt. Das Unternehmen werde sich künftig auf Wachstumsmärkte konzentrieren und sich aus unprofitablen Standorten und Märkten zurückziehen, erklärte Esprit-Chef Ronald van der Vis. Er kündigte Investitionen von weltweit über 1,7 Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren an. Ziel sei es, die Marke Esprit zu stärken und gleichzeitig die Ertragskraft deutlich zu steigern.

Die Neuausrichtung geht an Deutschland nicht spurlos vorüber. Unter den geplanten Filialschließungen seien 24 der 178 eigenen Läden in Deutschland, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. In den nächsten Jahren würden aber sowohl in Deutschland als auch im Ausland mehr neue Filialen eröffnet, als geschlossen werden. In China soll das Filialnetz auf 1900 Standorte bis Mitte 2015 fast verdoppelt werden. Außerhalb Chinas sei die Eröffnung von 185 neuen Filialen in dem Zeitraum geplant. Für das knapp 50 Läden umfassende Filialnetz in den USA gebe es mit einem Verkauf, der Übergabe an Lizenznehmer oder der Schließung verschiedene Optionen. Eine Entscheidung soll bald fallen.

Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 verzeichnete Esprit einen starken Gewinneinbruch. Der Jahresüberschuss schrumpfte auf umgerechnet 7,45 Millionen Euro nach rund 400 Millionen Euro im Jahr zuvor. Aufwendungen für die Straffung des Standortnetzes hätten das Ergebnis erheblich belastet. Ohne Sondereffekte belaufe sich der Jahresüberschuss auf 222 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg leicht um 0,5 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro. Während der Umsatz in den eigenen Läden des Konzerns um 6,2 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro zunahm, ging der Umsatz mit anderen Händlern und mit Franchise-Nehmern um sechs Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro zurück.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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