Modebranche
Marc O’Polo sucht einen eigenen Weg

Das Modeunternehmen Marc O’Polo aus dem oberbayrischen Stephanskirchen macht vieles anders als die Konkurrenz und wächst nicht zuletzt deshalb stark. Im Geschäftsjahr 2005/2006 (bis Ende Mai) stieg der Umsatz um 17 Prozent auf 185 Mill. Euro.

STEPHANSKIRCHEN. „Für das laufende Jahr erwarten wir ein Umsatzplus von 22 Prozent auf 225 Mill. Euro “, sagte Vorstandschef Werner Böck dem Handelsblatt. Ziel sei es, mit den klassischen Kollektionen für Frauen und Männer sowie der neuen Jugendlinie Campus die begehrlichste Premiummarke Europas zu werden.

Die Expansion wird aus eigenen Mitteln vorangetrieben. Drei bis fünf eigene sowie fünf von Franchisenehmern betriebene Filialen sollen mittelfristig pro Jahr eröffnet werden. Die Beteiligung von Finanzinvestoren wie bei den Modeunternehmen Tom Tailor und CBR (Street One) oder einen Börsengang, wie ihn die Modekette New Yorker anstrebt, lehnt Böck ab. „Marc O’Polo ist und bleibt unabhängig. Unser Erfolg beruht auf Eigenverantwortlichkeit – verteilt auf drei Köpfe“, sagt Böck, der 90 Prozent der Anteile hält. Je fünf Prozent halten Alexander Gedat, Vorstand für Vertrieb und Finanzen, sowie Andreas Baumgärtner, Vorstand für Design, Produktion, Marketing und Lizenzen.

Das im Jahr 1967 in Stockholm gegründete Modeunternehmen erlebt seit der Loslösung von den schwedischen Gründern im Jahr 1998 einen rasanten Aufstieg. Der Umsatz vervierfachte sich, die Anzahl der Mitarbeiter erhöhte sich von 200 auf 700. Vom Firmensitz in Stephanskirchen werden rund 1 600 Fachhändler, 60 Franchisenehmer, 540 Flächen im Einzelhandel sowie 38 eigene Filialen betreut und beliefert. Deutschland ist der wichtigste Markt. Rote Zahlen hat Marc O’Polo laut Böck noch nie geschrieben. Die Rendite übersteige fünf Prozent.

Marc O’Polo hat sich damit nicht nur erfolgreich von der Branche abgekoppelt, die im vergangenen Jahr vier Prozent zulegte, sondern auch Konkurrenten wie Esprit, Gerry Weber und Hugo Boss auf die Plätze verwiesen, die zuletzt elf bis 13 Prozent wuchsen.

Hintergrund für den Aufstieg ist der gelungene Wandel Marc O’Polos von einer mittelpreisigen Sweatshirt-Marke für Jugendliche zu einer gehobenen Marke mit Freizeitmode und Konfektion für 30- bis 40-Jährige. Geblieben ist der Anspruch, weitgehend natürliche Materialien wie Baumwolle einzusetzen. „Marc O’Polo hat sich neu ausgerichtet und zugleich seine Versprechen wie Natürlichkeit in Material und Klassik in der Linie eingehalten“, heißt es in der Branche. Bei gehobenen Modehäusern wie Wöhrl, Peek & Cloppenburg und Engelhorn gehört Marc O’Polo als eine der umsatzstärksten Marken fest ins Sortiment.

Seite 1:

Marc O’Polo sucht einen eigenen Weg

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%