Modebranche
Modemesse CPD geht gestärkt aus der Krise

Die Modemesse CPD geht gestärkt aus dem Konkurrenzkampf der deutschen Modemessen hervor. Ende Juli präsentieren die bisher auf Damenmode spezialisierten Düsseldorfer wieder verstärkt Herrenmode sowie erstmals Wäsche. In der Modebranche kommt dies offenbar gut an.

DÜSSELDORF. „Das Profil ist geschärft und kommt in der Branche an. Die Zahl der Aussteller hat sich von 1 501 im vergangenen Juli um über 18 Prozent auf 1 776 erhöht“, sagte Frank Hartmann, Geschäftsführer des Messeveranstalters Igedo. Neben der Integration von Herrenmode und Wäsche will Hartmann auch die Systemanbieter an die Messe heranführen. Bisher hatten sich Modemarken wie Esprit, S’Oliver und Tom Tailor, die sowohl in eigenen Geschäften als auch auf Flächen im Einzelhandel verkaufen, von Messen ferngehalten. „Auch bei diesen Modemarken gibt es ein verstärktes Interesse, sich auf Messen dem unabhängigen Einzelhandel zu präsentieren“, sagte Hartmann dem Handelsblatt am Rande der Pressekonferenz. Ein erster Versuch werde im Februar 2007 gestartet.

Die Collections Premieren Düsseldorf (CPD) ist zwar nach wie vor eine der größten Modemessen der Welt, doch die Zahl der Aussteller und Besucher schrumpfte in den vergangenen Jahren stetig. Neben internen Querelen leidet der Messeveranstalter Igedo unter einer schleppenden Branchenkonjunktur, dem Siegeszug von Filialisten wie Hennes & Mauritz und unter der Konkurrenz der Berliner Modemessen B-In-Berlin sowie Bread & Butter.

Das Blatt wendete Hartmann, der Anfang 2005 die Führung von Igedo-Gründer Manfred Kronen übernahm. Der Westfale verwandelte den Veranstalter von einem inhaber- in ein managementgeführtes Unternehmen. Um den Modestandort Düsseldorf zu stärken, suchte er den Schulterschluss mit den rund 700 Betreibern von Showrooms und beendete damit einen jahrelangen Kleinkrieg zwischen Messeveranstalter und Modemarkenherstellern, die sich in eigenen Räumlichkeiten präsentieren.

Nach der Konsolidierung hatte die CPD dann im September vergangenen Jahres die Leipziger Wäschemesse Body Look inklusive der Bodytex für Wäschestoffe übernommen und integriert. Vom 23. bis 25. Juli ist ihre Premiere am Rhein – mit rund 50 Ausstellern mehr als zuvor.

In der Herrenmode profitierten die Düsseldorfer von der Schwäche der Hauptstädter. Die B-In-Berlin verkündete ihr vorläufiges Aus im April. Die bis dato dort präsenten Herrenmodehersteller lud Hartmann ein, an den Rhein zurückzukehren – zur neu gegründeten HMD, Herrenmode Düsseldorf.

Die Integration der übernommen Body Look dürfte Branchenbeobachtern zufolge schneller gehen als die Wiederansiedlung der Herrenmode am Rhein. Denn nach dem Aus der Kölner Herrenmodewochen 2002 hatten sich Brax, Ahlers, Seidensticker und Co. schon einmal rheinabwärts präsentiert und waren enttäuscht nach Berlin weitergewandert. Bei der Premiere der HMD Ende Juli werden deshalb auch große Namen unter den 110 Ausstellern fehlen – wie die Herforder Brinkmann Gruppe mit der Marke Bugatti.

Tanja Kewes
Tanja Kewes
Handelsblatt / Chefreporterin
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