Modebranche: Textilkette Wöhrl rechnet bald mit Investoren

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Textilkette Wöhrl rechnet bald mit Investoren

Hoffnungsschimmer bei der Textilkaufhauskette Wöhrl: Bald könnte ein Investor einsteigen. Doch das Unternehmen kämpft immer noch mit hohen Kosten und einer starken Konkurrenz.
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DüsseldorfDie Textilkaufhauskette Wöhrl erwartet bald Kaufangebote von potenziellen Investoren. „Ich rechne damit, dass in zwei Wochen die Angebote von Finanzinvestoren und strategischen Investoren vorliegen”, sagte Christian Gerloff, Chief Restructuring Officer des Nürnberger Unternehmens, in einer Telefon-Pressekonferenz. Von ursprünglich 170 angesprochenen Investoren sei er jetzt „mit einer Hand voll Unternehmen in fortgeschrittenen Gesprächen”. Er hofft, dass die Entscheidung für einen Investor noch bis Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres fällt.

Die Textilkette Wöhrl hatte Anfang September ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt, das einen vorübergehenden Schutz vor der Vollstreckung von Gläubigerforderungen gewährt. Außerdem rückte Aufsichtsratschef Andreas E. Mach an die Vorstandsspitze und verdrängte dort aus der Eigentümerfamilie Olivier Wöhrl, der den Posten des Chief Strategic Officer übernahm. Insolvenzexperte Christian Gerloff von der Kanzlei Gerloff Liebler in München wurde Chief Restructuring Officer.

Zum 1. Dezember hat das Unternehmen nun den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das heißt: Das Management will die Textilkette in Eigenregie sanieren. Wie die weitere Sanierung aussehen wird, hängt auch von den Plänen der künftigen Investoren ab. Kommt ein strategischer Investor aus der Modebranche zum Zug, braucht Wöhrl künftig eine kleinere Verwaltungszentrale, weil der neue Gesellschafter einen Teil der Aufgaben selbst übernimmt. Klar ist nur, dass es schnell gehen muss. Zwar reicht die Finanzierung laut Gerloff noch bis ins neue Jahr hinein. Doch Wöhrl müsse bald aus dem Insolvenzverfahren herauskommen, „weil es dem Geschäftsbetrieb nicht gut tut”.

Gerloff und Vorstandschef Andreas E. Mach versicherten, dass sie bei Wöhrl in den vergangenen drei Monaten schon viele Hausaufgaben gemacht hätten: Vier von 34 Filialen geschlossen und die Kosten in vielen Bereichen bereits gesenkt. Auch die drei Outlets sollen geschlossen werden. Außerdem laufen Verhandlungen, die Mieten für Filialen sowie die Hauptverwaltung in Nürnberg zu drücken.

Die Textilkette kämpft wie viele Konkurrenten in Deutschland mit dem gewaltigen Umbruch in der Modebranche, dem viele Unternehmen nicht gewachsen sind. „Es ist ein schleichender Prozess, viele haben versucht, sich dagegen zu stemmen. Jetzt ist einer Reihe von Unternehmen die Luft ausgegangen“, beschreibt Christoph Niering, Vorsitzender des Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) die Lage der Branche. Die Konkurrenz durch den Online-Handel wachse und die Markentreue der Verbraucher sinke. Der stationäre Handel komme aber nicht so schnell von den hohen Kosten für seine Filialen herunter, sagte Niering,

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