Modebranche
Textilmulti Zara knöpft sich Asien vor

Das spanische Unternehmen Inditex wächst dank seiner Expansion in Asien zügig weiter: der weltgrößte Textilhändler eröffnete in den ersten neun Monaten des Jahres zahlreiche Läden in der Region - und meistert damit die Krise besser als die Konkurrenz.
  • 0

MADRID. Der vor allem durch die Marke Zara bekannte weltgrößte Textilhändler eröffnete in den ersten neun Monaten des Jahres 90 neue Läden in der Region, vor allem in Japan, China und Korea. In den nächsten Jahren soll etwa die Hälfte aller geplanten neuen Zara-Läden in asiatischen Ländern aufmachen, erklärte Inditex-CEO Pablo Isla gestern bei der Präsentation der Quartalsergebnisse. Anfang des kommenden Jahres wird Inditex auch sein Debüt in Indien feiern. "Unsere beiden Wachstumspole sind Asien und Europa, wobei wir in Europa ein gutes Gleichgewicht zwischen Ost- und Westeuropa erreichen wollen", sagte Isla.

Durch die stark internationale Ausrichtung konnte die Gruppe im dritten Quartal das schwache Geschäft in Spanien ausgleichen. Inditex steigerte seinen Reingewinn im dritten Quartal um 4,3 Prozent auf 456 Mio. Euro und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Analysten. Im vorigen Quartal hatte das Unternehmen noch leichte Gewinneinbußen hinnehmen müssen.

Zwar veröffentlicht Inditex in seinen Quartalsberichten keine nach Regionen aufgesplitteten Zahlen, doch das Wachstum dürfte vor allem auf die starken Standbeine der Gruppe in Lateinamerika, Osteuropa und eben auch Asien zurückzuführen sein. In Spanien, das im ersten Halbjahr etwa 30 Prozent zum Umsatz beigetragen hatte, habe man immerhin "keine zusätzliche Verschlechterung" des Geschäfts erlebt, hieß es weiter. Im Umsatz machte sich die Krise dennoch bemerkbar. Die Steigerung der Verkäufe um 3,8 Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres "bedeutet für Inditex die schlechteste Umsatzentwicklung seit vielen Jahren", sagte Fortis-Analyst Francisco Ruiz. Im Vergleich zum restlichen Textilsektor seien das allerdings gute Ziffern. Analysten gehen davon aus, dass Inditex im dritten Quartal Marktanteile gewonnen hat.

Für das relativ schwache Ergebnis war vor allem die schlechte Entwicklung von Dollar und Pfund verantwortlich, in lokalen Währungen stieg der Umsatz im dritten Quartal acht Prozent. "Bei der Vorstellung der Ergebnisse für das erste Halbjahr haben wir positives Wachstum für das Gesamtjahr vorhergesagt, weil wir davon ausgegangen sind, dass der Währungseffekt in der zweiten Jahreshälfte nachlässt, und diese Erwartung trifft auch zu", erklärte CEO Isla.

Neben dem Währungsfaktor spielte für die relativ schwache Umsatzentwicklung zum einen eine Rolle, dass die Zahl der neu eröffneten Läden geringer ausfiel als im Vorjahr. Die Gruppe will im Schnitt die Zahl der Läden pro Jahr zehn Prozent steigern, dieses Jahr könnte die Zahl aber etwas niedriger ausfallen.

Seite 1:

Textilmulti Zara knöpft sich Asien vor

Seite 2:

Kommentare zu " Modebranche: Textilmulti Zara knöpft sich Asien vor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%