Modediscounter: Takko auf der Überholspur

Modediscounter
Takko auf der Überholspur

Noch billiger als C&A oder H&M: Mit diesem Konzept will Takko im harten Konkurrenzkampf auf dem Klamottenmarkt bestehen - mit Erfolg. Takko präsentiert zweistellige Wachstumsraten und Pläne für 150 neue Filialen.
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DüsseldorfZunächst sah es für die Private-Equity-Gesellschaft Apax nach einem missglückten Schnellschuss aus. Bei der Modefachmarktkette Takko, so schien es, hatten sich die Angelsachsen Ende 2010 verschätzt. Takko war vom Vorbesitzer, der Frankfurter Finanzfirma Advent International, vor Anwälten und Bankern am 3. Oktober 2010 präsentiert und anschließend zum Verkauf gestellt worden. Um den Druck zu erhöhen und den Preis nach oben zu treiben, schob Advent am 23. Dezember einen Börsenprospekt nach - das zog.

Noch am selben Tag griff Apax zu, für 962 Millionen Euro sicherten sich die Briten den Textildiscounter. So jedenfalls steht es im jüngsten Geschäftsbericht, der dem Handelsblatt vorliegt. Für den Verkäufer ein gutes Geschäft: Nur drei Jahre zuvor hatte Advent für die aus dem westfälischen Telgte aus gesteuerte Filialkette lediglich 770 Millionen Euro bezahlt.

Die Freude für Apax währte nur kurz. Das Schneechaos zu Weihnachten und das anschließend verregnete Frühjahr 2011 bremsten das Geschäft weitaus stärker als erwartet. Verdiente Takko in den zwölf Monaten vor dem Kauf durchschnittlich 14 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), so schrumpfte der Ertrag in den darauffolgenden Monaten - selbst ohne übernahmebedingte Sondereffekte - auf unter fünf Millionen Euro. „Das Wetter hat Apax nach dem Einstieg keine Freude bereitet“, sagte Takko-Fashion-Geschäftsführer Stephan Swinka dem Handelsblatt.

Dennoch bleibt der Expansionsdrang der Angelsachsen ungebrochen. 170 Neueröffnungen gab es im soeben abgelaufenen Geschäftsjahr, wodurch das Netz auf über 1.700 Filialen anwuchs. 150 weitere sollen es netto im neuen Geschäftsjahr werden, kündigt nun der Takko-Chef an. „Apax hat eine spannende Perspektive gekauft“, sagt Swinka, der Takko voll dem Discount verschrieben hat.

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Takko ist die große Ausnahme

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