Modehauskette
Insolvenzverwalter sieht gute Chancen für Sinn-Leffers

Die in Schieflage geratene Modehauskette Sinn-Leffers hat nach Ansicht ihres Insolvenzverwalters gute Überlebenschancen. Horst Piepenburg benennt das gleiche Hauptproblem wie die Geschäftsführung des Unternehmens.

HB DÜSSELDORF. Allerdings könne er nach 24 Stunden im Amt nicht sagen, wie viele der 47 Filialen und 4 000 Mitarbeitern am Ende übrig blieben, sagte der Sanierungsexperte am Freitag in Düsseldorf.

Wie schon das Management von Sinn-Leffers macht er nicht die Konsumzurückhaltung, sondern die hohen Mieten als größtes Problem von Sinn-Leffers aus. "Ich werde mir jede Filiale ansehen und dann mit den insgesamt 20 Vermietern verhandeln", kündigte Piepenburg an. Entscheidungen seien im September zu erwarten. Im Durchschnitt zahlt Sinn-Leffers 14,5 Prozent vom Umsatz als Miete - doppelt soviel wie in der Branche üblich. Geschäftsführer Patrick Feller hatte erklärt: "Mit den aktuellen Mieten ist eine Fortsetzung nicht möglich."

Die ehemalige Tochter von Karstadt-Quelle (heute Arcandor) hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit am Donnerstag beim Amtsgericht Hagen ein Insolvenzplanverfahren unter Eigenregie angemeldet. Dieses Verfahren setzt die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens voraus und ermöglicht es, langfristige Mietverträge mit dreimonatiger Kündigungsfrist zu beenden. Die Drogeriekette Ihr Platz hatte Piepenburg in einem solchen Verfahren vor der Pleite gerettet.

Die relativ hohe Zahl von 4 000 Beschäftigten in den Filialen sieht Piepenburg nicht als Schwachpunkt. "Das ist eine Investition an der richtigen Stelle", sagte er. Mit der Meinung steht Piepenburg nicht alleine da. Gerhard Weber, Chef des prosperierenden Modekonzerns Gerry Weber, sieht im Personalabbau einen Grund für die desolate Entwicklung der Warenhäuser in Deutschland. Er hat auf den Verkaufsflächen von Gerry Weber in vier Kaufhäusern eigene Verkäuferinnen eingesetzt und dadurch Umsatzzuwächse bis zu 35 Prozent erzielt. Piepenburg sagte, bei Sinn-Leffers zeige die Einführung von Marken- und Designertextilien erste Erfolge.

Bankkredite lasten nach Angaben des Insolvenzverwalters nicht auf Sinn-Leffers. Der Eigentümer der Kette, die Deutsche Industrie-Holding, habe seine Forderungen zurückgestellt. Die größten Gläubiger seien der Pensionssicherungsverein, der in der Insolvenz die Versorgungsleistungen für die 2 000 Betriebsrentner übernimmt, und die Bundesagentur für Arbeit, die Insolvenzgeld statt Lohn zahlt.

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