Modekette American Apparel
„Es macht uns keinen Spaß“

Erfolgreich geworden ist American Apparel mit greller aber simpler Mode und dem Versprechen „Made in California“. Der Verwaltungsrat suspendiert den extravaganten Chef Don Charney – und will ihn auch endgültig feuern.
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San FranciscoLang hat es gedauert, und vielleicht ist es auch schon längst zu spät. Das Board der Modekette American Apparel will in einem letzten Aufbäumen CEO und Gründer Dov Charney feuern. Wohl niemals hat es einen umstritteneren CEO in den USA gegeben. Die Aktie, im Top bei fast 16 Dollar, kostet nur noch Cents, Verluste und Schulden türmen sich auf, die Umsätze fallen.

Das eilig einberufene Meeting des Aufsichtsgremiums mit Gründer und CEOs Dov Charney in den Räumen einer Anwaltskanzlei am Times Square in New York dauerte zehn Stunden, berichtet das Wall Street Journal. Dann kam die Meldung über die Nachrichtenagenturen. Das Board wird Ermittlungen gegen Charney eröffnen. Es geht dabei um nicht näher benannte Verfehlungen, die ihm angelastet werden.

Zunächst verliert er seinen Posten als Chairman des Boards und er sei informiert worden, dass die Absicht besteht, ihn auch als CEO zu entlassen. Die Entlassung ist nach einer vertraglich vereinbarten Wartezeit von 30 Tagen möglich, teilte das Unternehmen mit. Bis dahin ist er suspendiert.

Die Gründe für den anstehenden Rauswurf müssen gewichtig sein. Ohne Not trennt sich ein Aufsichtsgremium nicht von seinem größten Aktionär mit 27 Prozent der Anteile, der mit seiner Sperrminorität in Zukunft noch für enormen Ärger sorgen kann. Unter Umständen droht ein Krieg um seine Entlassung. „Es macht uns keinen Spaß, das zu tun“, heißt es in einer Mitteilung des Verwaltungsrat. „Aber wir sind der Meinung, dass es die richtige Entscheidung ist.“ Finanzchef John Luttrell wird Übergangschef.

Es scheint so, als ob den Gründer seine Vergangenheit eingeholt hat. Oder sie gibt zumindest die notwendigen Begründungen, um ihn aus dem Amt zu schießen. Weiblichen Angestellten seiner Modekette bot er gerne mal einen Vibrator als kleine Aufmerksamkeit an. Nett findet er es auch, wenn sie ihm im Büro eine Masturbationsszene vorspielen.

Auszüge aus Klagen von Angestellten wegen sexueller Belästigung. Fünf Verfahren liegen laut Wall Street Journal insgesamt an, zwei wurden außergerichtlich beigelegt. Die überraschende und drastische Maßnahme soll, den Informationen zufolge, auf neuen Zweifeln an seiner Glaubwürdigkeit beruhen, was seine Einlassungen zu den Fällen angeht.

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Business Meeting in Unterwäsche

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