Modekette
Neustart für Modekette Sinn-Leffers

So hört sich Optimismus und äußerst schwieriger Lage an: Sinn-Leffers sei durch eine „Radikalsanierung“ im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens heute besenrein. Das sagt zumindest das neue Management. Die von Ballast befreite Modekette besitze nunmehr Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz.

HB DÜSSELDORF/HAGEN. Die Modekette Sinn-Leffers muss sich nach ihrer Sanierung in einem weiterhin schwierigen Bekleidungsmarkt behaupten. „Der Orkan ist vorbei, aber der Sturm hält an“, sagte der Mehrheitseigentümer von Sinn-Leffers, Peter Zühlsdorff, am Freitag in Düsseldorf. Anderseits werde der Bekleidungshandel schwierig bleiben. Die größte Herausforderung für Sinn-Leffers sei derzeit, mehr Kunden in die verbliebenen 24 Läden zu bekommen.

Vor dem Hintergrund werde die Geschäftsführung der SinnLeffers GmbH in Hagen verändert: Zum 4. Mai übernehme Abram Nette (55) den Vorsitz. Der Holländer war in den vergangenen Jahren unter anderem bei der der Arcandor-Tochter Karstadt und dem Bekleidungshändler Bonita tätig. Der bisherige Unternehmenschef Patrick Feller bleibe in der Geschäftsführung als Finanzvorstand und werde später neue Aufgaben beim Sinn-Leffers- Eigentümer, der Deutschen Industrie Holding, übernehmen. Zühlsdorff beschrieb die bisherige Rolle Fellers bei Sinn-Leffers als die eines Sanierers. 2500 Arbeitsplätze wurden nach früheren Angaben gerettet.

Im laufenden Geschäftsjahr 2008/2009, das am 31. Juli endet, werde Sinn-Leffers wegen einmaliger Sonderaufwendungen noch keine schwarzen Zahlen schreiben, sagte Feller. Er verwies auf die Schließung von 23 Filialen im Februar, Sozialplan und Gerichtskosten. Die verbliebenen 24 Filialen allein betrachtet würden schon im laufenden Geschäftsjahr schwarze Zahlen schreiben.

Die Eigenkapitalausstattung Unternehmens sei relativ solide: Nach Abschluss des Insolvenzplanverfahrens Ende April seien es rund 70 Mio. Euro. Beim Umsatz rechnet Feller im laufenden Geschäftsjahr 2008/2009 mit ungefähr 300 Mio. Euro. In den vergangenen acht Monaten sei der Umsatz im fortgeführten Geschäft entsprechend dem Branchenschnitt um etwa acht Prozent zurückgegangen.

Anfang August 2008 hatte Sinn-Leffers ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung beantragt, um das Unternehmen zu sanieren und den Fortbestand zu sichern. Ende Februar hatte die Kette bundesweit 23 ihrer 47 Filialen geschlossen. Knapp 1300 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz. Mehr als jedem zweiten der gekündigten Mitarbeiter sei bereits ein neuer Arbeitsplatz vermittelt worden, sagte Sinn-Leffers-Geschäftsführer Detlef Specovius. Von drei ehemaligen KarstadtQuelle- Töchtern, die in kurzem Zeitabstand in ein Insolvenzverfahren gingen, sei Sinn-Leffers nunmehr die erste, die saniert wieder herauskomme.

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