Modekette schließt jede zweite Filiale
Sinn-Leffers halbiert sich

Der in Schieflage geratene Textilfilialist Sinn-Leffers schließt mit 24 Läden gut die Hälfte seiner 47 Häuser, 1 000 der heute 2 360 Vollzeitstellen werden abgebaut. Mit dem harten Einschnitt, der Ende Februar 2009 erfolgen soll, will Insolvenzverwalter das verlustreiche Hagener Unternehmen nach eigenen Worten retten.

HAGEN. „Die zu schließenden Häuser erzielten im letzten Geschäftsjahr zusammen einen Betriebsverlust von 15 Mio. Euro“, rechnete Horst Piepenburg vor: „Künftig soll sich Sinn-Leffers wieder aus dem Cash-flow finanzieren können.“ Im Geschäftsjahr 2007/08 hatte die Firma laut Geschäftsbericht einen Verlust von 19 Mio. Euro aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Künftig sollen von den zuletzt 480 Mio. Euro Jahresumsatz nur noch 310 Mio. Euro übrig bleiben.

Kurz nach den ehemaligen Schwesterfirmen Wehmeyer und Hertie, die wie Sinn-Leffers im Herbst 2005 von Karstadt-Quelle verkauft worden waren, hatte auch der Hagener Modefilialist Anfang August den Weg zum Insolvenzrichter gewählt. Insbesondere die hohen Mietbelastungen, die mit 14,5 Prozent vom Umsatz fast drei Mal so hoch waren wie branchenüblich, hatten die Firma nach Aussage des Insolvenzverwalters an den Rand der Pleite gebracht.

Unterschrieben worden waren die Mietverträge, wie ein ehemaliger Topmanager dem Handelsblatt berichtete, von dem langjährigen Geschäftsführer Heiko Witte. Der vor zwei Jahren in den Ruhestand verabschiedet Ex-Chef war in den 90er-Jahren von den damaligen Sinn-Leffers-Eigentümern aus der Familie Schickedanz eingesetzt worden. Die hohen Mietzahlungen kamen den Quelle-Erben gut zupass. Sie nämlich reichten das marode Sinn-Leffers-Geschäft 2001 an den von ihnen beherrschten Karstadt-Quelle-Konzern weiter, behielten aber gleichzeitig als Vermieter eine Handvoll an Immobilien-Standorten.

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