Modekonzern macht Minus
Steilmann vor geplantem Börsengang in roten Zahlen

Das Modeunternehmen Steilmann legt durchwachsene Halbjahreszahlen vor. Doch trotz des Minus von fast 20 Millionen Euro ist der Vorstand zufrieden: Das Herbst- und Wintergeschäft wird es schon rausreißen.

Frankfurt 19,5 Millionen Euro Verlust: Die durchwachsenen Halbjahreszahlen, die die Modefirma Steilmann am Mittwoch vorlegte, dürften potentielle Aktionäre des an die Börse strebenden Unternehmens nicht gerade euphorisch stimmen. Doch Finanzvorstand Jens Brüggemann relativiert das große Minus: „Durch die saisonalen Schwankungen erzielen wir unsere größten Erträge traditionell im zweiten Halbjahr.“

Der Umsatz des Modekonzerns betrug im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 417 Millionen Euro und war damit 0,7 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Drei Viertel des Umsatzes erwirtschaftete Steilmann im Einzelhandel. Dort setzte der Konzern 315 Millionen Euro um. Die übrigen Umsätze stammen aus dem Großhandelsgeschäft.

Stolz ist Brüggemann auf das Wachstum des Unternehmens in den vergangenen sechs Monaten. So seien 52 neue Verkaufsstellen eröffnet und der Verkauf im Ausland weiter ausgebaut worden. Rund ein Viertel des Umsatzes habe man außerhalb von Deutschland erwirtschaftet. Jedoch blieb das Unternehmen auch nicht von den Einflüssen der internationalen Krisen verschont. Wegen des durch die Sanktionen geschwächten russischen Marktes sank der Umsatz im Großhandel leicht.

Der operative Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dagegen deutlich. Durch verbesserte Bruttomargen im Großhandel konnte der Konzern ihn um 31,7 Prozent auf 7,4 Millionen Euro erhöhen.

Die Steilmann-Gruppe ist in 35 Ländern aktiv und zählt gemessen am Umsatz zu den größten Bekleidungsunternehmen Deutschlands. Das Sortiment besteht aus den konzerneigenen Modemarken Steilmann, Apanage, Kapalua und Stones sowie aus Kleidung für Fremdlabels verschiedener Einzelhändler. Zielgruppe ist vor allem die Generation der über 45-Jährigen. Die Steilmann SE ist mehrheitlich im Besitz der italienischen Familien Puller und Giazzi. Die übrigen Anteile gehören verschiedenen privaten Gesellschaftern.

Ende September gab Steilmann bekannt, an die Börse gehen zu wollen. Mit den Erlösen möchte das Unternehmen das Wachstum weiter vorantreiben. Ein Datum für den Börsengang steht noch nicht fest.

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