Modekonzern
Tom Tailor rechnet mit einem deutlichen Plus

Der Modekonzern Tom Tailor hat die eigenen Erwartungen hochgeschraubt. Grund: Kräftige Umsatzzuwächse haben das Unternehmen beflügelt.
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HB STUTTGART. Der Modehersteller Tom Tailor hat nach kräftigen Umsatzzuwächsen in den Sommermonaten seine Geschäftsprognose für das zu Ende gehende Jahr angehoben. Der Börsenneuling rechnet nun 2010 mit einem Plus beim Modeverkauf um mehr als zwölf Prozent und einem gegenüber dem Vorjahr höheren Ergebnis, wie das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte.

Nach dem Abflauen der Wirtschaftskrise brummten in den Monaten Juli bis September vor allem in dem mit viel Geld ausgebauten eigenen Filialnetz die Geschäfte mit Damen-, Herren- und Kindermode im mittleren Preissegment. In dieser Preisklasse konkurriert Tom Tailor mit Modeketten wie H&M, Zara, Esprit und S.Oliver um junge Kunden.

Wie die schwedische Kette H&M hatte das Hamburger Unternehmen im dritten Quartal im Zuge des weltweiten Wirtschaftsaufschwungs mit Produktionsengpässen und steigenden Baumwollpreisen zu kämpfen. Auch erhöhten sich die Frachtkosten, was die um Sondereffekte bereinigte operative Marge (Ebitda) im zurückliegenden Vierteljahr auf 15,6 von 18 Prozent vor Jahresfrist drückte.

Der Umsatz kletterte hingegen in der vergangenen drei Monaten um knapp 16 Prozent auf 101,5 Millionen Euro. Im Gesamtjahr dürften die Erlöse der angehobenen Geschäftsprognose zufolge auf mehr als 336 Millionen Euro steigen. Analysten rechneten bisher im Schnitt laut Reuters-Daten mit einem Zuwachs auf 331 Millionen Euro von 300 Millionen Euro im Krisenjahr 2009.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang im Frühjahr verringerte Tom Tailor seine Zinsbelastung, was im jüngsten Quartal zu einer Verdreifachung des Überschusses auf 8,2 Millionen Euro führte. Für die kommenden Monate und das nächste Jahr hat sich der Vorstand den Ausbau des eigenen Ladennetzes in Südosteuropa auf die Fahnen geschrieben, da die Renditen in selbst betriebenen Geschäften höher als im Großhandel liegen.

H&M und Zara bedienen den Großhandel überhaupt nicht, sie verkaufen nur über das eigene Filialnetz. Wachsende Bedeutung bekommt in der Modebranche zudem der Internet-Handel, in dessen Ausbau auch Luxusmarken wie Hugo Boss investieren.

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