Modemarke Bench
Party für die Generation Hoodie

Letztes Jahr hat Bruno Sälzer noch Luxusroben verkauft. Jetzt investiert er in Kapuzenpullis der Marke Bench. Mit einer großen Party hat Sälzer nun sein neues Hauptquartier eingeweiht – mit dabei ein Stargast aus England.
  • 0

MünchenKlein-Klein ist Bruno Sälzers Sache nicht. Wenn der 57-Jährige etwas anpackt, dann richtig. Und so ließ es der ehemalige Chef der Luxusmodemarke Escada bei seinem neuen Arbeitgeber diese Woche erst einmal richtig krachen. Zur Einweihung der frisch bezogenen Zentrale von Bench spielte Jess Glynne auf. Die 25-Jährige Engländerin ist gerade drauf und dran, die Popwelt zu erobern.

Für die Jugendmarke Bench ist Lockenkopf Glynne („Real Love“, „Right here“) das Gesicht der Werbekampagne im kommenden Herbst. Sälzer ließ die Sängerin deshalb für ein halbes Dutzend Songs am Mittwoch nach München einfliegen. Vor 300 seiner wichtigsten Mitarbeiter und Kunden gab die Grammy-Gewinnerin ein Privatkonzert.

Mitten drin Bruno Sälzer und Frau Jessica. Den feinen Zwirn hat der sportliche Unternehmer mit dem Abschied von Escada abgelegt. Sein Hemd hängt aus der Hose, an eine Krawatte ist nicht zu denken. Nur das legere Jackett erinnert noch entfernt an frühere Zeiten. Der Ex-Chef von Hugo Boss hat in einer ehemaligen Chipfabrik von Infineon eine 160 Meter lange Halle umgebaut, als Showroom und für die Büros seiner schnell wachsenden Truppe.

Bench ist eigentlich eine englische Marke, die 1989 in Manchester entstand. Vergangenes Jahr hat der Münchener Finanzinvestor Emeram Capital das Label übernommen. Die Kapitalgeber warben Sälzer bei Escada ab. Der beteiligte sich mit 15 Prozent, übernahm die Führung und verlegte das Hauptquartier an die Isar.  

Bench war einst unter Jugendlichen das, was Nike heute ist: richtig angesagt. Zu den besten Zeiten lag der Jahresumsatz bei 140 Millionen Euro, jetzt sind es noch 100 Millionen. Sälzer ist angetreten, die Marke wieder aufzurichten.

Kapuzenpullis, in der Modewelt Hoodies genannt, spielen dabei eine zentrale Rolle. Bench bringt sie in allen Farben und Formen, sogar Kleider mit Kapuze sind in der Kollektion.

Auf eine Modenschau hat Sälzer bei der Eröffnungsparty verzichtet. Bei geeister Tomatensauce und Caesar-Salat sollten sich die Gäste, darunter Model Bonnie Strange und Sängerin Leslie Clio,  einfach entspannen.

Von Jess Glynne ist Sälzer völlig begeistert. Kurz bevor sie jüngst den amerikanischen Musikpreis Grammy bekam, hat Sälzer den Vertrag mit ihr unterzeichnet. „Ein unglaubliches Glück“, meint der sportliche Mann. Denn hinterher hätte er sich die Künstlerin womöglich gar nicht mehr leisten können. Gerade erst haben die Bench-Kreativen mit der Engländerin die Bilder für die kommende Winter-Kampagne in ihrer Heimatstadt London geschossen.

In München tritt Glynne im bauchfreien, schwarzen Oberteil auf. Für einen Kapuzenpulli war es an diesem Frühlingsabend in München einfach zu warm.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

Kommentare zu " Modemarke Bench: Party für die Generation Hoodie"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%