Modemarke
Escada setzt nicht mehr auf Glanz und Glamour

„Reich ist out“ – mit diesen Worten hat Escada-Chef Bruno Sälzer die Modernisierung seines Modelabels angekündigt. Neue Kunden sollen gewonnen werden, und das ohne die bisherige Glanz-und-Glamour-Attitüde.
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HB MÜNCHEN. Der Modekonzern Escada will sich nach der Übernahme durch die indische Mittal-Familie von seinem Luxus-Image lösen. Glanz und Glamour stünden nicht mehr im Vordergrund, sagte Escada-Chef Bruno Sälzer der "Welt am Sonntag". Er habe andere Kunden im Visier. Escada sei nicht mehr zeitgemäß gewesen. "Ich muss nicht mehr nach Bayreuth", sagte er in Anspielung auf das Schaulaufen von Prominenz und Politik bei der Eröffnung der Wagner-Festspiele. Escada wolle die jungen Frauen mit Klasse erreichen. "Reich ist out." Mode nach der Krise müsse "intellektualisiert und demokratisiert" auftreten..

Denkbar ist für Escada weiterhin auch eine Herrenlinie. "Männer in Escada kann ich mir sehr gut vorstellen." Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht. Als früherer Chef von Hugo Boss würde Sälzer die notwendige Erfahrung mit Männermode zumindest mitbringen. Er war im vergangenen Jahr als Sanierer zu Escada geholt worden, konnte die Insolvenz aber auch nicht mehr abwenden. Nun würden wieder neue Kollektionen entwickelt, so Sälzer, allerdings ohne einen international bekannten Designer. "Wir haben natürlich über einen Star-Designer nachgedacht", wurde der Unternehmenschef zitiert. Man sei aber zur Überzeugung gekommen, dass man es selbst schaffe. "Wir haben selbst tolle Designer." Die Marke sei stark genug.

Vor einem Monat war das Unternehmen an die Mittal-Familie verkauft worden. Megha Mittal, die Schwiegertochter des Stahlindustriellen Lakshmi Mittal, überwies den Kaufpreis vor wenigen Tagen an den Insolvenzverwalter Christian Gerloff. Mittal sei aber mehr als nur Geldgeberin, sagte Sälzer. Sie verstehe auch unglaublich viel von Mode. Der Verkauf an sie hatte vor einem Monat für große Erleichterung in der Belegschaft gesorgt, die ehemalige Bankerin von Goldman Sachs wurde mit Jubel empfangen. Rund 90 Prozent der Arbeitsplätze im Kernbereich konnten gerettet werden. Weltweit sind im Escada-Konzern rund 2 000 Menschen beschäftigt.

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