Modemesse CPD
Zum Sterben zu schön ...

... aber zum Leben zu langweilig. Die Modemesse CPD kämpft dagegen, überflüssig zu werden - bisher mit mäßigem Erfolg. Die Modemesse in der alten und neuen Modehauptstadt Düsseldorf ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die CPD teilt das Schicksal vieler Industriemessen: Die Zahl der Aussteller stagniert, die Zahl der Besucher sinkt.

DÜSSELDORF. Zehn Körper in schwarzer Wäsche strecken sich vor einer weißen Wand. Vier männliche Waschbrettbäuche, sechs weibliche Apfelbäckchenpopos. Mit ihrem Gehstock schlägt die exzentrische Designerin Maria Maria auf Knie und Ellbogen. Wie von elektrischen Schlägen getroffen, zucken die Glieder in andere Positionen. Den Takt für Schläge und Zuckungen geben die roten Ziffern einer Digitaluhr vor, die rückwärts ticken. Der Countdown für die "Bloodbath Collection" läuft.

Die Uraufführung von "The Fashion" in der Oper am Rhein in Düsseldorf war der Auftakt für die Modemesse CPD. Theatralisch war auch der Verlauf der ersten beiden Messetage: viel Hysterie um wenig Stoff. Doch anders als in der tragikomischen Oper auf der Bühne gibt es auf der Messe noch einen Fetzen Hoffnung, dass alles gut ausgeht.

Düsseldorf ist die neue, alte Modehauptstadt Deutschlands. Nach dem Aus der Herrenmodemesse in Köln, dem Misserfolg der Berliner B-In, der Republikflucht der Bread & Butter nach Barcelona und der Übernahme der Leipziger Wäschemesse durch den eigenen Messeveranstalter Igedo ist die Stadt am Rhein zweimal im Jahr der deutsche Szenetreff schlechthin. Doch trotz dieser Alleinstellung ist die CPD nur noch ein Schatten ihrer selbst: Die Zahl der Aussteller stagniert seit Jahren, und die gebuchte Fläche ist rückläufig. Statt in elf Hallen knubbelt es sich dieses Jahr nur noch in neun.

Die CPD teilt das Schicksal vieler Industriemessen: Auch die Hannovermesse oder die Cebit leiden unter sinkender Bedeutung.

Aber die deutschen Modemessenmacher hat es besonders schlimm erwischt. Die Gründe: zu wenig Glamour, zu wenig Einkäufer. "Die Modeleute bei der Stange zu halten ist, wie einen Sack Flöhe zu hüten", sagt Frank Hartmann, Geschäftsführer des Messeveranstalters Igedo.

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