Modemesse mit Besucherrückgang
Igedo findet kein Mittel gegen Schrumpfkur

Die Igedo findet nach wie vor kein Mittel gegen den Besucherrückgang. Dennoch zeigt sich Messechef Frank Hartmann zufrieden mit der abgelaufenen Messe.

HB DÜSSELDORF. Die Modemesse Igedo Fashion Fairs in Düsseldorf ist mit einem Besucherrückgang zu Ende gegangen. Zu der dreitägigen Veranstaltung kamen rund 29 700 Fachgäste - im Vorjahr waren es noch 32 000. Dennoch äußerte sich der Geschäftsführer der Igedo Company, Frank Hartmann, zufrieden. "Die Stimmung im Handel, die Konjunkturlage, die schwül-heiße Witterung und die angekündigten Streiks im Flugverkehr gaben einigen Grund zur Sorge", sagte er in einer Igedo-Mitteilung.

Doch ihre einstige Bedeutung als die Ordermesse, auf der im Januar und Juli die Kollektionen für die kommenden Winter- und Sommersaisons ausgesucht werden, hat sie nicht mehr. Auf der einen Seite besteht für Modekonzerne wie Esprit oder S'Oliver, die das Handwerk vom Entwurf bis zur Ladentheke beherrschen, keine Notwendigkeit mehr, ihre Kollektionen auf Messen zu präsentieren. Auf der anderen Seite konzentrieren sich Kauf- und Modehäuser wie Karstadt und Peek & Cloppenburg auf wenige starke Marken, die viele Produktbereiche - von der Unterwäsche bis zur Abendmode - abdecken. Die Beziehungen zu diesen Marken werden intensiv über ganzjährig besetzte Showrooms gepflegt.

Hinzu kommt: Die Rhythmen in der Modebranche sind kürzer geworden. Gab es früher zwei bis vier Kollektionen pro Jahr, sind es heute bis zu zwölf. Der Taktgeber ist der spanische Inditex-Konzern mit der Modekette Zara, der - um so schnell wie möglich auf neue Trends reagieren zu können - sogar nach wie vor in Europa produziert und nicht fast ausschließlich wie etwa Hennes & Mauritz in Asien. "Die Zeit der klassischen Ordermesse ist vorbei. Nichtsdestotrotz müssen wir mit aller Macht für eine Modemesse in Deutschland mit internationalem Charakter kämpfen. Die Branche braucht den Austausch und die Schlagzeilen", sagt Alfred Haar von der Beratung Hachmeister.

Dennoch übt sich der Igedo-Chef Hartmann in Optimismus. Die erzielte Besucherzahl sei gut. Etwa 30 Prozent der Gäste kam aus dem Ausland, vor allem aus den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Belgien und Russland. Zwei Drittel der Einkäufer hätten auf der weltgrößten Modemesse konkrete Bestellungen aufgegeben. Mehr als ein Drittel nutzte die Veranstaltung zum Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen. Die zweimal jährlich stattfindende Igedo Fashion Fairs bündelt vier Messen unter einem Dach: Die Damenmode (CPD), die Herrenmode (HMD), Badebekleidung und Unterwäsche (Body Look) und ausländische Großproduktionen (Global Fashion).

Die angespannte Lage hat die Igedo ins Ausland getrieben und zum internationalen Dienstleister gemacht. Die CPM, die CPD in Moskau, liefert hohe Wachstumsraten. Zur 10. Messe im Februar präsentierten sich 1500 Marken in Moskau.

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