Modernisierungsbedarf
Einzelhandelsketten drängen auf den indischen Markt

Nach Osteuropa rückt nun der asiatische Markt ins Visier westlicher Handelskonzerne. Im Fokus vieler Unternehmen liegt dabei der schnell wachsende Einzelhandelsmarkt Indiens, der westlichen Unternehmen bislang durch hohe Eintrittsbarrieren verschlossen blieb.

DÜSSELDORF. Nachdem Metro kürzlich in der südindischen Millionenstadt Hyderabad den Grundstein für seinen dritten Cash & Carry Markt gelegt hat und auf dem Subkontinent erstmals auch Obst und Gemüse vertreiben darf, sehen Experten den Knoten geplatzt

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„Die Regierung baut Hürden zunehmend ab. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch andere Hypermärkte in Indien aufmachen dürfen“, sagt N V Sivakumar von PriceWaterhouseCoopers Indien. Neuerdings betreibt auch Walmart ein Büro in Indien, um vor Ort seine Marktchancen auszuloten. Und auch die französische Carrefour und die britische Tesco spielen mit Einstiegsszenarios.

In der Studie „Global Retail Development Index 2006 (GRDI)“ der Managementberatung AT Kearney wird Asien für Handelskonzerne erstmals als attraktivster Investitionsstandort bezeichnet. Damit verdrängt die Region die Länder Osteuropas vom Spitzenplatz des GRDI. „Während Osteuropa zunehmend mit modernen Handelskonzepten gesättigt ist, ist der asiatische Markt noch kaum durchdrungen“, sagt Peter Pfeiffer, Vice President bei AT Kearney.

„Osteuropa ist spannend. Aber die möglichen Wachstumsraten sind im Moment nirgends größer als in Asien“, sagt PWC-Einzelhandelsexperte Gerd Bovensiepen. Nachdem der Einzelhandel in China jahrelang für viele Handelskonzerne das größte Wachstumspotenzial geboten hat und auch Vietnam kräftig aufholen konnte, sehen die AT-Kearney-Berater das größte Potenzial innerhalb Asiens zunehmend in Indien. Ähnliches hört man bei Metro, Carrefour, Tesco und Walmart.

Grund dafür ist einerseits die wachsende Zahl wohlhabender Mittelschichtler, meist tätig in den neuen Dienstleistungsberufen, mit denen Indien von sich reden macht. Zur Zeit wird ihre Zahl auf bis zu 300 Millionen geschätzt. Zum anderen ist der indische Retail-Markt, der nach AT-Kearney-Schätzungen in diesem Jahr um 13 Prozent wachsen und damit ein Volumen von 350 Mrd. US-Dollar erreichen wird, kaum entwickelt. Anstelle von weitläufigen Supermärkten kaufen die meisten Inder immer noch in winzigen familiengeführten Läden oder Märkten am Straßenrand ein. Selbst der bei reichen Hauptstadtbewohnern beliebte „Khan Market“ in Delhi besteht aus kleinen Läden und Buden um einen staubigen Platz herum.

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