Möbelhandel: Billig-Möbel sorgen für harten Wettbewerb

Möbelhandel
Billig-Möbel sorgen für harten Wettbewerb

Die gute Wirtschaftslage lockt die Deutschen in die Möbelhäuser. Die Branche meldet ein solides Umsatzplus für das abgelaufene Jahr. Doch die Billig-Konkurrenz aus dem Ausland schläft nicht.

FrankfurtKurz vor dem Start der Möbelmesse in Köln demonstriert die Branche Optimismus. „2015 war ein gutes Jahr“, sagte Dirk-Uwe Klaas, Geschäftsführer des Möbelverbands VDM, am Mittwoch. Nach seiner Schätzung ist der Umsatz der Möbelindustrie im vergangenen Jahr um fünf Prozent gestiegen. Damit ist der negative Trend vorerst gestoppt: Zwischen 2007 und 2014 sank der Umsatz der Branche leicht um 0,3 Prozent. Laut amtlichen Zahlen lag er 2014 bei 16,4 Milliarden Euro.

Entwarnung gibt es für die Produzenten aber nicht: „Der Importdruck ist unverändert richtig, richtig hoch“, sagte Klaas. In den ersten zehn Monaten 2015 sei der Import um für Prozent auf zehn Milliarden Euro gestiegen. Vor allem günstigere Möbel kommen aus Osteuropa – allen voran Polen – und Fernost. Die Importe aus China stiegen um fast 19 Prozent.

Jedoch schlage sich auch die deutsche Möbelindustrie im Ausland besser: In den wichtigen Exportländern Schweiz, Niederlande und Großbritannien legten deutsche Möbel deutlich zu. Beim größten Abnehmer Frankreich waren sie jedoch etwas weniger gefragt.

Tatsächlich steigt das Außenhandelsdefizit der Branche: 2013 übertrafen die Importe die Exporte noch um 860 Millionen Euro, 2015 waren es allein in den ersten zehn Monaten schon 1,5 Milliarden Euro.

Etwas zurückhaltender für den Möbelhandel sind die Handelsexperten vom IFH Köln und dem BBE: Die beiden Beratungsinstitute sehen aber immerhin ein Wachstum von 3,1 Prozent. Sie untersuchen den Verkauf im deutschen Handel zu Verbraucherpreisen und kommen so auf ein Marktvolumen bei Wohnmöbeln von rund 20 Milliarden Euro. „Der deutsche Möbelmarkt profitiert aktuell von der robusten konjunkturellen Lage. Hinzu kommt, dass die Konsumenten derzeit offenbar eher ihre Konsumausgaben erhöhen anstatt vor dem Hintergrund der Eurokrise in risikobehaftete Anlagen zu investieren”, sagte Uwe Krüger, Möbelmarktexperte am IFH und Autor einer aktuellen Studie.

Momentan sei die Nachfragesituation fast ideal für die Branche. Jedoch sei der Wettbewerb im Handel so groß, dass die Preise im Handel fallen – vor allem wegen der zahlreichen Rabattaktionen der großen Möbelhäuser. Unter ihnen tobe ein Verdrängungswettbewerb, sagt Krüger. Dennoch sei noch zwei bis drei Jahre mit Wachstum zu rechnen – solange die deutsche Konjunktur laufe.

VDM-Funktionär Klaas war für 2016 weniger zuversichtlich. Er erwartete nur noch ein Plus von einem Prozent für die Hersteller. Das in den vergangenen Monaten eingetrübte Konsumklima machte ihm Sorgen: „Die weltweiten Krisen werden – und dies ist maßgebliche Grundlage der Käuferlaune – das Vertrauen in Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität nicht stärken.“

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