Möbelriese gibt sich grün
Ikea kauft Windpark in Irland

Bis 2020 will Ikea so viel Strom mit erneuerbaren Energien erzeugen, wie das Unternehmen selbst verbraucht. Der Möbelhändler nimmt dafür viel Geld in die Hand. Der neuste Coup: Der Kauf eines Windparks in Irland.
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Düsseldorf Der weltgrößte Möbelhändler entwickelt sich immer mehr zum Stromproduzenten: Ikea hat einen Kaufvertrag über einen Windpark mit einer Erzeugungskapazität von 7,65 Megawatt im Nordwesten Irlands mit dem Wind- und Solarunternehmen Mainstream Renewable Power abgeschlossen.

Der Windpark soll Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen. Teil des Vertrages ist es laut Mitteilung, dass Mainstream Renewable Power den Betrieb und die Wartung des Windparks für den Möbelhändler übernimmt.

Bis 2020 will Ikea so viel Strom mit regenerativen Energieträgern erzeugen, wie er selbst verbraucht. Dazu will der Möbelhändler bis 2015 1,7 Milliarden Euro in Wind- und Solarenergie investieren. Das ist eine stolze Summe für den Konzern, 2012 setzte er 27 Milliarden Euro um und erwirtschaftete einen Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro.

Bereits heute erzeugt Ikea laut eigenen Angaben 34 Prozent des Stroms, den das Unternehmen verbraucht, mit Hilfe von regenerativen Quellen selbst. Mit dem nun abgeschlossenen Kauf steigt die Zahl der Windräder, die der Möbelhändler besitzt von 126 auf 137 Windräder. Auf 75 seiner insgesamt 343 Einrichtungshäusern sind zudem Solarpanele installiert. Joanna Yarrow, Leiterin des Bereiches Nachhaltigkeit bei Ikea im Vereinigten Königreich und Irland sagte, durch die Investition senke das Unternehmen nicht nur den CO2-Ausstoß in Irland, sondern verbessere auch die Kontrolle über seine Energiekosten.

Derzeit stocken viele Unternehmen ihre eigene Produktion von Strom auf. Erst Mitte Mai verkündeten das Handelsunternehmen Metro und der Energieversorger Eon einen Zusammenarbeit bei der Stromversorgung. Eon plant demnach im Auftrag von Metro für zwei deutsche und zwei russische Märkte gasbetriebene Blockheizkraftwerke. In einem nächsten Schritt könnten die dezentralen Kraftwerke zusätzlich mit Solarenergie kombiniert werden, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. Der Trend kommt auch Wind- und Solarparkentwicklern wie Mainstream Renewable Power zugute. „Immer mehr energieintensive Unternehmen aus den Bereichen Handel, IT und Bergbau kommen auf uns zu, weil sie in unser Wind- und Solar-Portfolio investieren wollen“, sagte Eddie O’Connor, Chef von Mainstream Renewable Power.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

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